Die Kleine und ich kuscheln ein wenig auf dem Sofa. Alle Gäste von Männes Überraschungsgeburtstagsparty sind gegangen (einschließlich ihrer Schwestern, die andernorts übernachten dürfen), und sie chillt jetzt noch etwas mit einem neuen "Rechenpuzzlebuch", das sie frisch geschenkt bekommen hat.
10 - 7, rechnet sie, dann 10 - 4, 10 - 6... das ist schon etwas schwieriger. "Vier?" sagt sie und schaut mich fragend an.
"Nimm doch die Finger", schlage ich ihr vor, aber nein, das will sie nicht: "Wir dürfen in der Schule aber nicht mehr die Finger nehmen."
Ah, okay.
10 - 8 ist die nächste Aufgabe, und sie grübelt und grübelt...
"Mama", sagt sie auf einmal, "halt mal deine Hände SO hoch" - und zeigt mir ihre abgespreizten Finger. Brav befolge ich ihren Wunsch - und sehe, wie sie beginnt, meine Finger zu zählen.
"Hey," protestiere ich, "ich denke, ihr dürft nicht mehr mit den Fingern rechnen?"
"Schon", gibt sie zu und kringelt sich vor Vergnügen, "- aber das sind ja nicht MEINE Finger!"
Da hat sie nu auch wieder wahr...
Tuesday, 3. April 2012
Autsch au aua!
Die Kleine hat einen dunklen Punkt am Daumen. Ein Splitter!
Na, hervorragend. Kenne ich doch ihre unnachahmlich tapfere Art, mit Splittern umzugehen. Direkt, nachdem sie sich nämlich entschlossen hat, ihn entfernen zu lassen, beginnt das große Jammern.
Meist noch BEVOR ich das erste Mal mit der Pinzette ansetze.
Auch diesmal zieht sie den Daumen bereits wieder weg, als ich noch gar nicht registriert habe, WO denn der Splitter sitzt.
"Okay, gute Nacht" flöte ich darum und erhebe mich.
NEIIIIN! Ich soll bleiben! Der Splitter wird doch sonst be-stimmt eitern und wer weiß, vielleicht ist morgen schon alles zu spät, der Daumen abgefallen und sie mausetot.
"Gut. Aber wenn der Daumen noch einmal wegzuckt, gehe ich."
Hm. Ein kleiner dunkler Strich unter der Haut, aber keine Eintrittsöffnung zu sehen. Mal vorsichtig an der Haut herumschieben, denke ich und greife nach meiner Steck- und Nähnadelsammlung am Jackenrevers - ganz zufällig nähe ich gerade an was anderem und hebe die zwischenzeitlich dort auf.
AAAAAH! Die Kleine kollabiert fast. "NICHT mit der Nadel, Mama!"
"Dann hol ich die Pinzette - "
NEEEEIIIIN! Noch SCHLIMMER! "Nicht die spitze Pinzette, Mama - dann lieber mit der stumpfen Seite der Nadel!"
Doch, das ist ihr Ernst damit..
Gut, ich kann sie aber davon überzeugen, daß das nicht ganz das ist, was sie sich erhofft. Und jetzt darf ich tatsächlich mit der Nadel auf mehr als 20 m an diesen kleinen Daumen da ran. Vorsichtig streiche ich mit der Nadelseite über die Haut, ob ich eine kleine Eintrittswunde entdecken kann.
Neben mir röchelt, zappelt und fiept es, als gäbe es kein Morgen mehr. Noch dazu krallt sie sich in meinen Arm, was es mir schwer macht, ihren Daumen ruhig zu halten, weil sich ihr Gezitter und Gezucke auf meinen Arm überträgt.
Während ich so vorsichtig wie möglich nach der Verletzung in der Haut suche, die mir Zugang zum Splitter gewährt, leidet auf der anderen Seite des Zimmers die Mittlere heftigst mit.
"Soll ich dir eine Geschichte erzählen, damit du abgelenkt bist?" bietet sie eifrig an.
Abgelehnt. Man will lieber ganz bewußt und konzentriert leiden.
Mittlere wird immer unruhiger und entschließt sich, das Radio anzustellen.
"Musik beruhigt vielleicht etwas", hofft sie.
Mich nicht, mir wird's zu laut. Inzwischen habe ich das Löchlein entdeckt, den Daumen so an die zwanzig Mal wieder zurückerobert und bin doch losgegangen, die spitze Pinzette zu holen. Auch Männe hat sich an die Stätte des Leidens begeben und bietet mir seelischen Beistand und seine helle Taschenlampe.
Während es neben mir tausend Tode stirbt und sich mit allen zehn Fingern (auch denen, die eigentlich bewegungslos unter der Lampe liegen) in mein weiches Winkfleisch gräbt - urgs, jetzt keine Miene verziehen - suche ich so vorsichtig wie möglich nach der Wurzel allen Übels. Da, endlich - der Stichkanal!
Ihr tränenüberströmtes Gesicht taucht sofort aus dem Kissen auf: "Hast du ihn, Mama?"
Nur einen kleinen Teil.
Schreiend und wimmernd taucht sie wieder ab. Männe und ich schauen uns fassungslos an - denn meine Pinzette BERÜHRT sie überhaupt nicht.
"AAAAAAAHHHHHH!" schreit die Kleine, und nochmal: "AAAAHHHHHHHHH! AUAAAAAA!"
"Ähm, Kleine, Mama MACHT gar nichts", bemerkt mein Mann trocken.
Wieder taucht das verquollene Gesicht auf, diesmal mit einem deutlich verdutzten Gesichtsausdruck. Aber stimmt - Pinzette ist meilenweit weg vom Daumen.
Während Männe und ich versuchen, uns wieder einzukriegen vor Lachen, schmollt sie ausdrucksvoll.
Und dann starte ich zum letzten Versuch, mit üblicher akustischer Begleitung durch den sterbenden Schwan an meiner Seite, und erhasche doch irgendwie das letzte Bisschen schwarzen Dorn. Raus. Weg.
Was für ein Glück. Vor allem für meinen malträtierten Arm, der sicherlich morgen mit blauen Flecken übersät sein wird.
Jetzt folgt nur das übliche Gefürchte vor dem (garantiert nicht brennenden!) Desinfektionsmittel für Wunden. Und dann muß ich die Mittlere trösten, die ihr intensives Mitleid inzwischen in Wut verarbeitet hat ("Von dem Geschrei bekomme ich Kopfschmerzen!"). Und die Kleine Gute-Nacht-Küssen, die inzwischen klein beigegeben hat und sich den Daumen desinfizieren lassen hat und auch gar nicht mehr leidet.
Nur mein Arm tut weh...
Na, hervorragend. Kenne ich doch ihre unnachahmlich tapfere Art, mit Splittern umzugehen. Direkt, nachdem sie sich nämlich entschlossen hat, ihn entfernen zu lassen, beginnt das große Jammern.
Meist noch BEVOR ich das erste Mal mit der Pinzette ansetze.
Auch diesmal zieht sie den Daumen bereits wieder weg, als ich noch gar nicht registriert habe, WO denn der Splitter sitzt.
"Okay, gute Nacht" flöte ich darum und erhebe mich.
NEIIIIN! Ich soll bleiben! Der Splitter wird doch sonst be-stimmt eitern und wer weiß, vielleicht ist morgen schon alles zu spät, der Daumen abgefallen und sie mausetot.
"Gut. Aber wenn der Daumen noch einmal wegzuckt, gehe ich."
Hm. Ein kleiner dunkler Strich unter der Haut, aber keine Eintrittsöffnung zu sehen. Mal vorsichtig an der Haut herumschieben, denke ich und greife nach meiner Steck- und Nähnadelsammlung am Jackenrevers - ganz zufällig nähe ich gerade an was anderem und hebe die zwischenzeitlich dort auf.
AAAAAH! Die Kleine kollabiert fast. "NICHT mit der Nadel, Mama!"
"Dann hol ich die Pinzette - "
NEEEEIIIIN! Noch SCHLIMMER! "Nicht die spitze Pinzette, Mama - dann lieber mit der stumpfen Seite der Nadel!"
Doch, das ist ihr Ernst damit..
Gut, ich kann sie aber davon überzeugen, daß das nicht ganz das ist, was sie sich erhofft. Und jetzt darf ich tatsächlich mit der Nadel auf mehr als 20 m an diesen kleinen Daumen da ran. Vorsichtig streiche ich mit der Nadelseite über die Haut, ob ich eine kleine Eintrittswunde entdecken kann.
Neben mir röchelt, zappelt und fiept es, als gäbe es kein Morgen mehr. Noch dazu krallt sie sich in meinen Arm, was es mir schwer macht, ihren Daumen ruhig zu halten, weil sich ihr Gezitter und Gezucke auf meinen Arm überträgt.
Während ich so vorsichtig wie möglich nach der Verletzung in der Haut suche, die mir Zugang zum Splitter gewährt, leidet auf der anderen Seite des Zimmers die Mittlere heftigst mit.
"Soll ich dir eine Geschichte erzählen, damit du abgelenkt bist?" bietet sie eifrig an.
Abgelehnt. Man will lieber ganz bewußt und konzentriert leiden.
Mittlere wird immer unruhiger und entschließt sich, das Radio anzustellen.
"Musik beruhigt vielleicht etwas", hofft sie.
Mich nicht, mir wird's zu laut. Inzwischen habe ich das Löchlein entdeckt, den Daumen so an die zwanzig Mal wieder zurückerobert und bin doch losgegangen, die spitze Pinzette zu holen. Auch Männe hat sich an die Stätte des Leidens begeben und bietet mir seelischen Beistand und seine helle Taschenlampe.
Während es neben mir tausend Tode stirbt und sich mit allen zehn Fingern (auch denen, die eigentlich bewegungslos unter der Lampe liegen) in mein weiches Winkfleisch gräbt - urgs, jetzt keine Miene verziehen - suche ich so vorsichtig wie möglich nach der Wurzel allen Übels. Da, endlich - der Stichkanal!
Ihr tränenüberströmtes Gesicht taucht sofort aus dem Kissen auf: "Hast du ihn, Mama?"
Nur einen kleinen Teil.
Schreiend und wimmernd taucht sie wieder ab. Männe und ich schauen uns fassungslos an - denn meine Pinzette BERÜHRT sie überhaupt nicht.
"AAAAAAAHHHHHH!" schreit die Kleine, und nochmal: "AAAAHHHHHHHHH! AUAAAAAA!"
"Ähm, Kleine, Mama MACHT gar nichts", bemerkt mein Mann trocken.
Wieder taucht das verquollene Gesicht auf, diesmal mit einem deutlich verdutzten Gesichtsausdruck. Aber stimmt - Pinzette ist meilenweit weg vom Daumen.
Während Männe und ich versuchen, uns wieder einzukriegen vor Lachen, schmollt sie ausdrucksvoll.
Und dann starte ich zum letzten Versuch, mit üblicher akustischer Begleitung durch den sterbenden Schwan an meiner Seite, und erhasche doch irgendwie das letzte Bisschen schwarzen Dorn. Raus. Weg.
Was für ein Glück. Vor allem für meinen malträtierten Arm, der sicherlich morgen mit blauen Flecken übersät sein wird.
Jetzt folgt nur das übliche Gefürchte vor dem (garantiert nicht brennenden!) Desinfektionsmittel für Wunden. Und dann muß ich die Mittlere trösten, die ihr intensives Mitleid inzwischen in Wut verarbeitet hat ("Von dem Geschrei bekomme ich Kopfschmerzen!"). Und die Kleine Gute-Nacht-Küssen, die inzwischen klein beigegeben hat und sich den Daumen desinfizieren lassen hat und auch gar nicht mehr leidet.
Nur mein Arm tut weh...
Friday, 2. December 2011
Geistige Sackhüpferei
Sackhüpfen sollten wir ja alle noch kennen. Man zieht sich einen Sack über die Beine, um sich dann in einer für Menschen total ungeeigneten Weise voranzuhüpfen. Kennzeichnend sind dabei die mal mehr, mal weniger weitreichenden, oft vom geraden Weg abweichenden Hüpfbewegungen. Also eine ungezielte Bewegung von Punkt zu Punkt ohne sichtbare Verbindungen dazwischen.
Statt wie ein normaler Mensch ruhig und gleichmässig zu gehen und sein Ziel auch zu erreichen.
Geistige Sackhüpferei ist nun mein Ausdruck für eine vergleichbare Denkweise, und genau die hat die Mittlere.
Alles ist wichtig. Alles ist interessant, und entsprechend hüpft ihre Aufmerksamkeit von einem Gegenstand zum Anderen, ohne irgendwo länger zu bleiben. Man könnte ja was verpassen. Auch länger über etwas Nachdenken wird spontan vermieden - wozu, wenn man das doch delegieren kann und in der Zeit fünf andere wichtige Sachen beobachten?
Das gipfelt dann gerne in solchen Fragen wie gestern, als sie Leute sah, die ihr Haus schmückten: "Warum schmücken die da?"
In mir löst das spontan die großäugige Ungläubigkeit aus. Ich fühle mich, ganz ehrlich, verarscht. Ich meine, wir reden hier von einem achtjährigen Kind, das nun nicht gerade in einem Karton groß geworden ist. Von genau dem Kind, das im Chor mit seinen Schwestern eingefordert hat, daß wir unbedingt noch ein Adventsgesteck kaufen und die Fenster schmücken müssen. Und genau dieses Kind fragt mich, warum andere Leute zum 1. Dezember ihr Haus mit Sternen und Tannengrün schmücken! Entsprechend hab ich mich auch rundheraus geweigert, ihr diese Frage zu beantworten.
War auch nicht schlimm. Gleich als nächstes fragte sie dann, ob auf der Erde denn 1 G herrsche (ja) und wieviel G wohl ein Looping habe (kommt auf den Looping an). Auf meine Nachfrage, was sie denn glaube, warum die da schmücken, bot sie gleich den Geburtstag der Großen an.
"Ah... glaubst du denn, die wissen, daß die Große bald Geburtstag hat?"
"Nnneiiin."
"Gut, warum schmücken sie dann also?"
"Weil der erste Dezember ist..?!"
Ergo, sie weiß ganz genau, was Sache ist, aber kann ja mal ein anderer für sie ergrübeln.
In der Schule hat man diese, ähm, Tendenz auch schon gemerkt. Ihre Lehrerin fährt inzwischen, genau wie ich, das Projekt "Kaputte Schallplatte" - dreimal wird wiederholt, und wenn sie dann immer noch nicht ihre Sachen herausgeholt oder in ihr Lerntagebuch eingetragen hat, tja, dann muß sie eben die Arbeit in den Pausen nachholen. Es kann ja nicht sein, daß ständig jemand neben ihr sitzt, nur um aufzupassen, daß sie bei der Sache bleibt.
Dabei ist sie überhaupt nicht hibbelig, also kein Zappelphillip, sie kann durchaus still sitzen und sich konzentrieren - nachdem sie eingesehen hat, daß ich mich auf keine Verbalkämpfchen einlasse und auch sonst nichts anderes Interessantes in Reichweite ist, das sie statt ihrer Arbeit mit Aufmerksamkeit beehren könnte. Und es ist auch nicht so, daß sie zu faul wäre - sie ist ein verdammt ehrgeiziges kleines Mädchen; wenn auch momentan durch andere schulische Entwicklungen recht frustriert.
Und bevor jetzt die Vermutungen kommen, sie könne AD(H)S oder Ähnliches haben - wir sind auch schon auf den Gedanken gekommen, ja. Und natürlich klären wir das auch ab.
Momentan sieht der Konsens so aus, daß das Kind einfach lernen muß, sich zu entspannen. Auch in der Beziehung, eben nicht fünfzig Sachen gleichzeitig hörensehenmachen zu wollen. Sondern sich auf eines zu konzentrieren.
Schaun wer mal, wie's weitergeht.
Statt wie ein normaler Mensch ruhig und gleichmässig zu gehen und sein Ziel auch zu erreichen.
Geistige Sackhüpferei ist nun mein Ausdruck für eine vergleichbare Denkweise, und genau die hat die Mittlere.
Alles ist wichtig. Alles ist interessant, und entsprechend hüpft ihre Aufmerksamkeit von einem Gegenstand zum Anderen, ohne irgendwo länger zu bleiben. Man könnte ja was verpassen. Auch länger über etwas Nachdenken wird spontan vermieden - wozu, wenn man das doch delegieren kann und in der Zeit fünf andere wichtige Sachen beobachten?
Das gipfelt dann gerne in solchen Fragen wie gestern, als sie Leute sah, die ihr Haus schmückten: "Warum schmücken die da?"
In mir löst das spontan die großäugige Ungläubigkeit aus. Ich fühle mich, ganz ehrlich, verarscht. Ich meine, wir reden hier von einem achtjährigen Kind, das nun nicht gerade in einem Karton groß geworden ist. Von genau dem Kind, das im Chor mit seinen Schwestern eingefordert hat, daß wir unbedingt noch ein Adventsgesteck kaufen und die Fenster schmücken müssen. Und genau dieses Kind fragt mich, warum andere Leute zum 1. Dezember ihr Haus mit Sternen und Tannengrün schmücken! Entsprechend hab ich mich auch rundheraus geweigert, ihr diese Frage zu beantworten.
War auch nicht schlimm. Gleich als nächstes fragte sie dann, ob auf der Erde denn 1 G herrsche (ja) und wieviel G wohl ein Looping habe (kommt auf den Looping an). Auf meine Nachfrage, was sie denn glaube, warum die da schmücken, bot sie gleich den Geburtstag der Großen an.
"Ah... glaubst du denn, die wissen, daß die Große bald Geburtstag hat?"
"Nnneiiin."
"Gut, warum schmücken sie dann also?"
"Weil der erste Dezember ist..?!"
Ergo, sie weiß ganz genau, was Sache ist, aber kann ja mal ein anderer für sie ergrübeln.
In der Schule hat man diese, ähm, Tendenz auch schon gemerkt. Ihre Lehrerin fährt inzwischen, genau wie ich, das Projekt "Kaputte Schallplatte" - dreimal wird wiederholt, und wenn sie dann immer noch nicht ihre Sachen herausgeholt oder in ihr Lerntagebuch eingetragen hat, tja, dann muß sie eben die Arbeit in den Pausen nachholen. Es kann ja nicht sein, daß ständig jemand neben ihr sitzt, nur um aufzupassen, daß sie bei der Sache bleibt.
Dabei ist sie überhaupt nicht hibbelig, also kein Zappelphillip, sie kann durchaus still sitzen und sich konzentrieren - nachdem sie eingesehen hat, daß ich mich auf keine Verbalkämpfchen einlasse und auch sonst nichts anderes Interessantes in Reichweite ist, das sie statt ihrer Arbeit mit Aufmerksamkeit beehren könnte. Und es ist auch nicht so, daß sie zu faul wäre - sie ist ein verdammt ehrgeiziges kleines Mädchen; wenn auch momentan durch andere schulische Entwicklungen recht frustriert.
Und bevor jetzt die Vermutungen kommen, sie könne AD(H)S oder Ähnliches haben - wir sind auch schon auf den Gedanken gekommen, ja. Und natürlich klären wir das auch ab.
Momentan sieht der Konsens so aus, daß das Kind einfach lernen muß, sich zu entspannen. Auch in der Beziehung, eben nicht fünfzig Sachen gleichzeitig hörensehenmachen zu wollen. Sondern sich auf eines zu konzentrieren.
Schaun wer mal, wie's weitergeht.
Thursday, 1. December 2011
Ich frag mich echt,
was mein Kinderarzt mir noch so alles zutraut.
Ich taumele also heute abend ins Haus, die Mittlere und die Kleine im Schlepp. Die Mittlere hatte heute nen Termin wegen ihrer geistigen Sackhüpferei, die Kleine eine Spielverabredung.
Innen hüpft schon die Große rum, die mußte der Opa heute von der Schule abholen, weil ihr der Fuß ja sooo weh tut.
Hm.
Gestern nämlich sah das ungefähr so aus:
Salat steht mit allen Ablegern vor der Schule der Großen, um die drei zum Einradtraining zu fahren. Die Große ist da momentan sehr geteilter Meinung, ob sie das noch machen will, sie mag nämlich nicht zu den Wettkämpfen fahren. Nichtsdestotrotz haben wir jetzt vereinbart, sie macht dieses Jahr noch weiter, wird aber nicht lizenziert (wegen ihrer Zögerlichkeit), obwohl sie auf dem ersten und einzigen Wettkampf mit ihrer Mannschaft gleich den zweiten Platz ihrer Altersgruppe belegt hat.
Sie kommt also an, setzt sich ins Auto und fängt an zu jammern: "Mein Fuß tut weh!"
Muttern hört Nachtigallen trappsen und beginnt das Verhör: "Bist du umgeknickt?"
Mit ihrer bekannten Bestimmtheit grübelt die Große nach: "Weiiisss niiiicht?!"
Das mag ich ja gerne. Also verschärfte Befragung: "Ja, was! Du mußt doch wissen, ob du umgeknickt bist? Oder willst du nur nicht zum Einrad?"
Ein klagendes Stimmchen antwortet mir von hinten: "Ja... ja, ich bin umgeknickt... vorhin, glaub ich..."
Psychologische Kriegsführung Plan 1 setzt ein. "Wirklich, Große? Oder willst du nur nicht zum Einrad?"
Sie windet sich ein wenig herum, aber dann räumt sie ein: "Neiiin, will ich nicht. Aber der Fuß tut auch weh!" schiebt sie hastig nach.
Pah. Kennt man doch. Also bleibe ich hart und schicke sie zum Einrad. Egal, ob sie will - da muß sie dann jetzt mal durch. Kann ja nicht jede Woche neu entscheiden, ob sie will oder nicht.
Heute morgen dann hüpft sie auf einem Bein durch die Wohnung. Jedenfalls, wenn ich hingucke, so mein Eindruck. Mama schiebt also Mitgefühl 1.0 an, reibt den Fuß mit Salbe ein und macht einen Verband drum. Manchmal wirkt sowas ja schon besser als Wasser aus Lourdes.
Aber nein, heute nachmittag dann der Anruf zuhause, sie müsse abgeholt werden, weil der Fuß so weh tut und sie mit dem Rad nicht mehr nach Hause kann. Der Opa schüsselt sie her, weil ich mit der Mittleren zum Termin muß.
Und nun steh ich da und frage mich, was ich machen soll. Morgen ist Freitag, also nachmittags kann ich nicht mit ihr zum Arzt, dazu hat sie Sport! Ach, und am Samstag noch Tag der offenen Tür in der Schule.
All das läßt mich um 17:59 Uhr voller Hoffnung zum Hörer greifen und den Kinderarzt anrufen.
Er ist selbst dran, und ich schildere kurz die Sachlage:
"Ich hab hier ein Kind mit verknickstem Fuß, kann ich morgen gerade reinkommen?"
Seine Antwort ist kurz und knapp: "Kinderklinik."
Hö? "Nein", sage ich, "so schlimm ist es nicht, das war gestern. Ich hab die doch heute schon in die Schule geschickt, aber die jammert so."
Mein Arzt wird eher noch unfreundlicher: "Ja, ICH bin jetzt aber gleich WEG!"
Die leichte Irritation meinerseits wird stärker. "Wie, morgen auch?" Plötzlich setzt bei mir Begreifen ein. "Aber nein, ich will doch bloß einen TERMIN FÜR MORGEN!"
Und da flutscht es. Ganz fix habe ich für morgen früh meinen gewünschten Termin und er seinen Feierabend.
Der hat echt gedacht, ich will wegen eines einen Tag alten Knickfußes mit Verdacht auf Faulenzia seinen wohlverdienten Feierabend sprengen.
Was traut der mir zu?
PS: die Dachbodentreppe hochsausen, um zum Fernsehen zu kommen, ging auch ohne deutliche Beeinträchtigungen... seufz
Ich taumele also heute abend ins Haus, die Mittlere und die Kleine im Schlepp. Die Mittlere hatte heute nen Termin wegen ihrer geistigen Sackhüpferei, die Kleine eine Spielverabredung.
Innen hüpft schon die Große rum, die mußte der Opa heute von der Schule abholen, weil ihr der Fuß ja sooo weh tut.
Hm.
Gestern nämlich sah das ungefähr so aus:
Salat steht mit allen Ablegern vor der Schule der Großen, um die drei zum Einradtraining zu fahren. Die Große ist da momentan sehr geteilter Meinung, ob sie das noch machen will, sie mag nämlich nicht zu den Wettkämpfen fahren. Nichtsdestotrotz haben wir jetzt vereinbart, sie macht dieses Jahr noch weiter, wird aber nicht lizenziert (wegen ihrer Zögerlichkeit), obwohl sie auf dem ersten und einzigen Wettkampf mit ihrer Mannschaft gleich den zweiten Platz ihrer Altersgruppe belegt hat.
Sie kommt also an, setzt sich ins Auto und fängt an zu jammern: "Mein Fuß tut weh!"
Muttern hört Nachtigallen trappsen und beginnt das Verhör: "Bist du umgeknickt?"
Mit ihrer bekannten Bestimmtheit grübelt die Große nach: "Weiiisss niiiicht?!"
Das mag ich ja gerne. Also verschärfte Befragung: "Ja, was! Du mußt doch wissen, ob du umgeknickt bist? Oder willst du nur nicht zum Einrad?"
Ein klagendes Stimmchen antwortet mir von hinten: "Ja... ja, ich bin umgeknickt... vorhin, glaub ich..."
Psychologische Kriegsführung Plan 1 setzt ein. "Wirklich, Große? Oder willst du nur nicht zum Einrad?"
Sie windet sich ein wenig herum, aber dann räumt sie ein: "Neiiin, will ich nicht. Aber der Fuß tut auch weh!" schiebt sie hastig nach.
Pah. Kennt man doch. Also bleibe ich hart und schicke sie zum Einrad. Egal, ob sie will - da muß sie dann jetzt mal durch. Kann ja nicht jede Woche neu entscheiden, ob sie will oder nicht.
Heute morgen dann hüpft sie auf einem Bein durch die Wohnung. Jedenfalls, wenn ich hingucke, so mein Eindruck. Mama schiebt also Mitgefühl 1.0 an, reibt den Fuß mit Salbe ein und macht einen Verband drum. Manchmal wirkt sowas ja schon besser als Wasser aus Lourdes.
Aber nein, heute nachmittag dann der Anruf zuhause, sie müsse abgeholt werden, weil der Fuß so weh tut und sie mit dem Rad nicht mehr nach Hause kann. Der Opa schüsselt sie her, weil ich mit der Mittleren zum Termin muß.
Und nun steh ich da und frage mich, was ich machen soll. Morgen ist Freitag, also nachmittags kann ich nicht mit ihr zum Arzt, dazu hat sie Sport! Ach, und am Samstag noch Tag der offenen Tür in der Schule.
All das läßt mich um 17:59 Uhr voller Hoffnung zum Hörer greifen und den Kinderarzt anrufen.
Er ist selbst dran, und ich schildere kurz die Sachlage:
"Ich hab hier ein Kind mit verknickstem Fuß, kann ich morgen gerade reinkommen?"
Seine Antwort ist kurz und knapp: "Kinderklinik."
Hö? "Nein", sage ich, "so schlimm ist es nicht, das war gestern. Ich hab die doch heute schon in die Schule geschickt, aber die jammert so."
Mein Arzt wird eher noch unfreundlicher: "Ja, ICH bin jetzt aber gleich WEG!"
Die leichte Irritation meinerseits wird stärker. "Wie, morgen auch?" Plötzlich setzt bei mir Begreifen ein. "Aber nein, ich will doch bloß einen TERMIN FÜR MORGEN!"
Und da flutscht es. Ganz fix habe ich für morgen früh meinen gewünschten Termin und er seinen Feierabend.
Der hat echt gedacht, ich will wegen eines einen Tag alten Knickfußes mit Verdacht auf Faulenzia seinen wohlverdienten Feierabend sprengen.
Was traut der mir zu?
PS: die Dachbodentreppe hochsausen, um zum Fernsehen zu kommen, ging auch ohne deutliche Beeinträchtigungen... seufz
Monday, 12. September 2011
Hilfe, mein Kind liest...
Und zwar mein Buch. Also, das in Buchform gepackte Blog. Und amüsiert sich königlich darüber. Aktuell ist sie gerade beim Geburtsbericht von Sekunda.
Und ich frage mich, ob mir das so gefällt. Ob es mir gefällt, wenn sie meinen Humor versteht, oder eher, wenn sie ihn (noch) nicht versteht. Ich meine, bislang habe ich immer über meine Kinder geschrieben, auf einmal schreibe ich auch für sie...
Wird ne ganz neue Art, das Internet zu sehen. Nicht mehr: willst du, daß dein zukünftiger Arbeitgeber DAS über dich weiß - neee, jetzt heißt es: willst du, daß deine Kinder DAS über dich wissen?
schauder
Und ich frage mich, ob mir das so gefällt. Ob es mir gefällt, wenn sie meinen Humor versteht, oder eher, wenn sie ihn (noch) nicht versteht. Ich meine, bislang habe ich immer über meine Kinder geschrieben, auf einmal schreibe ich auch für sie...
Wird ne ganz neue Art, das Internet zu sehen. Nicht mehr: willst du, daß dein zukünftiger Arbeitgeber DAS über dich weiß - neee, jetzt heißt es: willst du, daß deine Kinder DAS über dich wissen?
schauder
Thursday, 1. September 2011
Keiner sagt einem was!
Es ist ja noch gar nicht so lange her, da hat die Mittlere endlich ihren Freischwimmer gemacht. Oder für die Jüngeren unter uns: Bronze.
Gescheitert ist es bislang immer am Tauchen, weil die Mittlere ohne Taucherbrille keine Ringe aus dem Wasser holen konnte/wollte.
Aber, nun hat sie es geschafft, geradezu pünktlich zum Beginn der Ferienspiele, die bei uns schon "traditionell" im Schwimmbad stattfinden und mit Schwimmkursen gekoppelt sind.
Dieses Jahr darf auch die Kleine daran teilnehmen, denn ab 8.9. ist sie ja ein Schulkind, hurraaaa! Und folglich übt sie fleissig auch für ihren Frei-, äh, Bronzeschwimmer.
Tja, und was soll ich sagen... es scheitert am Tauchen ohne Brille. Todtraurig ist sie deshalb, und ich muß sie trösten, meist mit Hinweis darauf, wie lange die Mittlere gebraucht hat, um diese Aufgabe zu bewältigen, und daß sie es doch auch geschafft habe.
Daher bei mir große Freude, als die Kleine gestern am Telefon so beiläufig zum Papa sagte, heute habe sie aber schon einen Ring raufgeholt. Jippieh, siehste, wird doch was.
Aber heute morgen beim Frühstück dann wieder Trübsal. Nur einen Ring von zweien (hey, das sind immerhin 50%!).
Tröstend streichele ich ihr den Arm.
"Naja, dann machst du den Bronze eben später, nach den Ferien. Ist doch auch gut, dann muß ich jetzt keine vier Euro zahlen", versuche ich sie aufzuheitern.
In diesem Moment zuckt die Große zusammen, schluckt per Express den Mund leer und lärmt: "Dooooch! Du mußt! Du mußt vier Euro zahlen!" Fast sehe ich in ihren Augen das Blaulicht flackern.
"Muß ich? Für wen denn?"
"Für die Mittlere! Die hat doch ihr Silberabzeichen gemacht!"
Hä? Die Mittlere... die ist doch mit dem Opa weg, weil sie wegen ihres Verbandes am Bein eh nicht mehr schwimmen konnte und noch einen "Hotelgutschein für Hotel Opa" vom Geburtstag hatte. Noch mal vier, fünf Tage Deutschlandreise mit Bespaßung vom Opa, sozusagen Luxusferienbetreuung. Und die hat ihren Silberschein gemacht und nichts gesagt? Das muß kontrolliert werden.
Also Anruf beim Opa. In aller Herrgottsfrühe, aber er ist schon wach, und kurz darauf auch die Mittlere. Verschlafen murmelt sie ins Handy, daß sie mich sooo lieb hat - ich dich auch, Schatzi - aber neee, sie hat das versucht, ja, aber sie hat es doch nicht geschafft...
Gleichzeitig Verbaloffensive der Großen. Neiii-hein, manchmal schaffen die Kinder das doch ohne es zu wissen, und ja, Mama, die Erzieher haben mir das GESAGT, daß ich vier Euro mitbringen soll für der Mittleren Schwimmpaß und Abzeichen.
"Herzlichen Glückwunsch, Mittlere, du hast dein Silberabzeichen offenbar bestanden."
Ein Fiepen der Glückseligkeit am anderen Ende der Verbindung, und dann bin ich abgemeldet, weil die Schwestern sich ihre liebevolle Verbundenheit am Telefon kundtun wollen. Gleichzeitig, wenn's geht, bitte.
Also sage ich der Großen, sie solle bitte die Freisprechanlage einschalten. Und höre die Stimme der Mittleren, die hoffnungsvoll fragt: "Große, vermißt du mich auch so wie ich dich?"
"Ja", kommt prompt die Antwort, "ganz doll - seit du weg bist, zankt die Kleine nämlich immer mit MIR!"
Gescheitert ist es bislang immer am Tauchen, weil die Mittlere ohne Taucherbrille keine Ringe aus dem Wasser holen konnte/wollte.
Aber, nun hat sie es geschafft, geradezu pünktlich zum Beginn der Ferienspiele, die bei uns schon "traditionell" im Schwimmbad stattfinden und mit Schwimmkursen gekoppelt sind.
Dieses Jahr darf auch die Kleine daran teilnehmen, denn ab 8.9. ist sie ja ein Schulkind, hurraaaa! Und folglich übt sie fleissig auch für ihren Frei-, äh, Bronzeschwimmer.
Tja, und was soll ich sagen... es scheitert am Tauchen ohne Brille. Todtraurig ist sie deshalb, und ich muß sie trösten, meist mit Hinweis darauf, wie lange die Mittlere gebraucht hat, um diese Aufgabe zu bewältigen, und daß sie es doch auch geschafft habe.
Daher bei mir große Freude, als die Kleine gestern am Telefon so beiläufig zum Papa sagte, heute habe sie aber schon einen Ring raufgeholt. Jippieh, siehste, wird doch was.
Aber heute morgen beim Frühstück dann wieder Trübsal. Nur einen Ring von zweien (hey, das sind immerhin 50%!).
Tröstend streichele ich ihr den Arm.
"Naja, dann machst du den Bronze eben später, nach den Ferien. Ist doch auch gut, dann muß ich jetzt keine vier Euro zahlen", versuche ich sie aufzuheitern.
In diesem Moment zuckt die Große zusammen, schluckt per Express den Mund leer und lärmt: "Dooooch! Du mußt! Du mußt vier Euro zahlen!" Fast sehe ich in ihren Augen das Blaulicht flackern.
"Muß ich? Für wen denn?"
"Für die Mittlere! Die hat doch ihr Silberabzeichen gemacht!"
Hä? Die Mittlere... die ist doch mit dem Opa weg, weil sie wegen ihres Verbandes am Bein eh nicht mehr schwimmen konnte und noch einen "Hotelgutschein für Hotel Opa" vom Geburtstag hatte. Noch mal vier, fünf Tage Deutschlandreise mit Bespaßung vom Opa, sozusagen Luxusferienbetreuung. Und die hat ihren Silberschein gemacht und nichts gesagt? Das muß kontrolliert werden.
Also Anruf beim Opa. In aller Herrgottsfrühe, aber er ist schon wach, und kurz darauf auch die Mittlere. Verschlafen murmelt sie ins Handy, daß sie mich sooo lieb hat - ich dich auch, Schatzi - aber neee, sie hat das versucht, ja, aber sie hat es doch nicht geschafft...
Gleichzeitig Verbaloffensive der Großen. Neiii-hein, manchmal schaffen die Kinder das doch ohne es zu wissen, und ja, Mama, die Erzieher haben mir das GESAGT, daß ich vier Euro mitbringen soll für der Mittleren Schwimmpaß und Abzeichen.
"Herzlichen Glückwunsch, Mittlere, du hast dein Silberabzeichen offenbar bestanden."
Ein Fiepen der Glückseligkeit am anderen Ende der Verbindung, und dann bin ich abgemeldet, weil die Schwestern sich ihre liebevolle Verbundenheit am Telefon kundtun wollen. Gleichzeitig, wenn's geht, bitte.
Also sage ich der Großen, sie solle bitte die Freisprechanlage einschalten. Und höre die Stimme der Mittleren, die hoffnungsvoll fragt: "Große, vermißt du mich auch so wie ich dich?"
"Ja", kommt prompt die Antwort, "ganz doll - seit du weg bist, zankt die Kleine nämlich immer mit MIR!"
Wednesday, 24. August 2011
Soifz
Es ist immer die Mittlere, mit der ich bei der Notfallambulanz auftauche (Ausnahmen bestätigen die Regeln und heißen dann Kleine...). Und immer, wenn es wirklich dringend ist, dann sind wir auch gleich dran.
So waren wir heute denn auch gegen halb Vier rein, um Vier wieder raus. Rein mit jammerndem, weinendem Kind auf dem Arm, raus mit bereits wieder vergnügtem Mädel auf dem Rücken - und einem fetten Verband an der linken Wade.
Schwimmen? Gestrichen für mindestens zehn Tage. War da was mit Ferienbetreuung und dreimal die Woche im Schwimmbad? Nee, kann doch nicht sein, hat sich wohl jemand geirrt.
Ach, was passiert ist?
Nun, bei 30° C und strahlendem Sonnenschein hat sich meine Brut mit dem Wasserschlauch gejagt. Fünf kreischende Mädels im Badeanzug (nee, ich hab nicht nachgelegt, zweie waren zu Besuch), die sich gegenseitig naß spritzen. Und mich fast auch, denn die Kleine hält ordentlich in Richtung Sitzgruppe neben der Gartenabfahrt. Mahnende Worte meinerseits, gefälligst in Richtung Garten zu spritzen, nicht aber aufs Haus zu, oder auf den Gartentisch, oder die Abfahrt hoch, oder etwa noch in die Feuerschale mit ihrem feinen Aschepulver über der hellen Glut.
Mehr mahnende Worte an die quiekende, juchzende Brut, nicht auf der Straße herumzulaufen, sondern im Garten zu bleiben. Dumm, daß man auf dem Weg in selbigen dann geradezu in das Wassersperrfeuer gerät.
Noch viel dümmer, daß es dazu noch "Plöng" macht, als die Mittlere am Grill vorbeiläuft. Drei weitere schnelle Schritte, und dann ein Aufheulen, und der Schrei "Spritz drauf, mach naß, mach naaaaaasssssssssssssssss!"
Die Kurze braucht eine Schrecksekunde, um zu begreifen, daß sie jetzt tatsächlich SOLL, und dann sprüht sie, was das Zeug hält. Und ich begreife jetzt auch, was ein "Plöng" am Grill und eine schreiende Mittlere zu bedeuten haben, sprinte hoch und übernehme den Gartenschlauch.
Am Bein ein fünfmarkstückgroßer Fleck in hellweißrosa. Darüber kleine Röllchen aus Haut. Ich forme mit meiner Hand ein Dach darüber, spritze das Wasser in die Finger, von wo es zurückschwallt und über die verbrannte Haut fließt.
"Ein TUCH!" brülle ich, und der SchwiVa besorgt mir einen Lappen. Jetzt können wir den Lappen mit Wasser tränken, und das Prasseln des Wassers schmerzt nicht mehr.
Die Mittlere weint und jammert und fiept. Die anderen Kinder stehen um sie rum, schweigend, bedröppelt.
"Ich hole meine Tasche und Schmerzmittel und dann fahren wir ins Krankenhaus", sage ich.
Oben in der Küche messe ich fünf Milliliter Paracetamolsaft ab, greife meine Tasche.
Wieder unten im Garten schnieft die Mittlere auf Opas Schoß. Das nasse Tuch kühlt ihr Bein, und ohne Ziererein kippt sie das Paracetamol runter.
Dann nehme ich sie auf den Arm und trage sie ins Auto, naß wie sie in ihrem Badeanzug so ist. Sie hält ihren Lappen, und dann starte ich und kümmere mich nen Sch... darum, daß hier bei uns eine 30er Zone ist. "Auuuu, auuu..." tönt es neben mir, während ich hochkonzentriert versuche, Rechts-vor-Links und Gegenverkehr-bei-verengter-Straße-durch-parkende-Autos mit schnellstmöglicher Fortbewegung in Einklang zu bringen.
Und bei allem hochkonzentriertem Streß und Sorge und ja, Ärger über sie und über mich und den Opa, verschafft sie mir den Lacher des Tages: "Maa-ha-ham-ma", schluchzt es, "werde ich jetzt eingeschläfert?"
Nein, wird sie nicht. Ein dicker Verband genügt, um Verbrennungen 1. und 2. Grades zu versorgen. Aber schwimmen fällt denn doch ersatzlos aus.
Naja, 's Wetter soll ja sowieso wieder mies werden.
So waren wir heute denn auch gegen halb Vier rein, um Vier wieder raus. Rein mit jammerndem, weinendem Kind auf dem Arm, raus mit bereits wieder vergnügtem Mädel auf dem Rücken - und einem fetten Verband an der linken Wade.
Schwimmen? Gestrichen für mindestens zehn Tage. War da was mit Ferienbetreuung und dreimal die Woche im Schwimmbad? Nee, kann doch nicht sein, hat sich wohl jemand geirrt.
Ach, was passiert ist?
Nun, bei 30° C und strahlendem Sonnenschein hat sich meine Brut mit dem Wasserschlauch gejagt. Fünf kreischende Mädels im Badeanzug (nee, ich hab nicht nachgelegt, zweie waren zu Besuch), die sich gegenseitig naß spritzen. Und mich fast auch, denn die Kleine hält ordentlich in Richtung Sitzgruppe neben der Gartenabfahrt. Mahnende Worte meinerseits, gefälligst in Richtung Garten zu spritzen, nicht aber aufs Haus zu, oder auf den Gartentisch, oder die Abfahrt hoch, oder etwa noch in die Feuerschale mit ihrem feinen Aschepulver über der hellen Glut.
Mehr mahnende Worte an die quiekende, juchzende Brut, nicht auf der Straße herumzulaufen, sondern im Garten zu bleiben. Dumm, daß man auf dem Weg in selbigen dann geradezu in das Wassersperrfeuer gerät.
Noch viel dümmer, daß es dazu noch "Plöng" macht, als die Mittlere am Grill vorbeiläuft. Drei weitere schnelle Schritte, und dann ein Aufheulen, und der Schrei "Spritz drauf, mach naß, mach naaaaaasssssssssssssssss!"
Die Kurze braucht eine Schrecksekunde, um zu begreifen, daß sie jetzt tatsächlich SOLL, und dann sprüht sie, was das Zeug hält. Und ich begreife jetzt auch, was ein "Plöng" am Grill und eine schreiende Mittlere zu bedeuten haben, sprinte hoch und übernehme den Gartenschlauch.
Am Bein ein fünfmarkstückgroßer Fleck in hellweißrosa. Darüber kleine Röllchen aus Haut. Ich forme mit meiner Hand ein Dach darüber, spritze das Wasser in die Finger, von wo es zurückschwallt und über die verbrannte Haut fließt.
"Ein TUCH!" brülle ich, und der SchwiVa besorgt mir einen Lappen. Jetzt können wir den Lappen mit Wasser tränken, und das Prasseln des Wassers schmerzt nicht mehr.
Die Mittlere weint und jammert und fiept. Die anderen Kinder stehen um sie rum, schweigend, bedröppelt.
"Ich hole meine Tasche und Schmerzmittel und dann fahren wir ins Krankenhaus", sage ich.
Oben in der Küche messe ich fünf Milliliter Paracetamolsaft ab, greife meine Tasche.
Wieder unten im Garten schnieft die Mittlere auf Opas Schoß. Das nasse Tuch kühlt ihr Bein, und ohne Ziererein kippt sie das Paracetamol runter.
Dann nehme ich sie auf den Arm und trage sie ins Auto, naß wie sie in ihrem Badeanzug so ist. Sie hält ihren Lappen, und dann starte ich und kümmere mich nen Sch... darum, daß hier bei uns eine 30er Zone ist. "Auuuu, auuu..." tönt es neben mir, während ich hochkonzentriert versuche, Rechts-vor-Links und Gegenverkehr-bei-verengter-Straße-durch-parkende-Autos mit schnellstmöglicher Fortbewegung in Einklang zu bringen.
Und bei allem hochkonzentriertem Streß und Sorge und ja, Ärger über sie und über mich und den Opa, verschafft sie mir den Lacher des Tages: "Maa-ha-ham-ma", schluchzt es, "werde ich jetzt eingeschläfert?"
Nein, wird sie nicht. Ein dicker Verband genügt, um Verbrennungen 1. und 2. Grades zu versorgen. Aber schwimmen fällt denn doch ersatzlos aus.
Naja, 's Wetter soll ja sowieso wieder mies werden.
Monday, 22. August 2011
Boah, bin ich geschafft...
Wir haben dieses Jahr mal wieder Fruchtkatastrophe. Die Äpfel halten sich zwar dezent im Hintergrund, aber der Pflaumenbaum trägt, als gäbe es kein Morgen.
Noch dazu leuchten mir jeden Tag beim Blick aus dem Lümmelzimmer die schwarzen Holunderbeeren der Grenzbäumchen entgegen, und Holundermarmelade schmeckt so himmlisch...
Also wird am Samstag gepflückt. Quasi wider besseres Wissen, denn ich weiß ganz genau, dass nachmittags Freundin J. mit Mann kommt, um ihr Fahrrad und meine Kleine abzuholen. Mit dem Fahrrad ist sie am Freitag von B. aus im Rahmen unseres gemeinsamen "SpeckwegMordProgramm" rübergeradelt. Das sind immerhin doch gute 26 km, die sie in 1,20 h zurückgelegt hat, Respekt.
Ja, und außer dem Rad will sie mich auch mitnehmen, denn was die kann, kann ich ja wohl auch, oder? Genau dieser aufsässige Wettbewerbsgedanke muß mich auch geritten haben, als ich mich zu herrgottsfrühen 10 Uhr am heiligen Samstag ins Schwimmbad verfügt habe - "unseren" Kilometer Schwimmen zurückzulegen.
Und nun steh ich mit noch nassen Haaren im schönsten Sonnenschein auf der Leiter und knipse die Holunderdolden ab und in den Eimer. Gummistiefel an den Füßen, denn die Leiter steht dazu genau im Komposthaufen; aber wer kann ahnen, daß sich nun genau da auf der Grenze zwei Holunderbäume ansiedeln?
Der 10-l-Eimer ist schnell voll, und meine Augen wandern zum Pflaumenbaum mit seiner unglaublichen Last. Stichproben haben ja leider eine ziemlich hohe Madenquote ergeben, andererseits holt die Kurze schon seit Tagen immer wieder blaue Zwetschgen vom Baum, in denen gar nichts lebt. Und die sie mit Wonne verspachtelt. Ach komm, was kostet die Welt, ich pflück was.
"Was" wird dann ein 15-l-Eimer voll Zwetschgen. Zusammen mit den 10 l Holunderbeeren schleppe ich ihn in unsere Küche und brause die Holunderbeeren kurz ab. Stelle den größten Topf auf den Herd und werfe die grob sortierten Fliederbeeren einfach rein, rein, rein. Koche alles auf und durchsuche die Schränke, ob ich überhaupt genug Geliermittel habe. Holundergelee neigt dazu, furchtbar flüssig zu sein (oder so süß, daß man es kaum ertragen kann), aber ich habe vorgesorgt und extra Gelee-Fix im Schrank. Letztes Jahr habe ich mich mit Apfelmus beholfen: ungefähr im Verhältnis 1:1 gemischt, gibt das Apfelmus dem Holunder Stand genug, um nicht gleich vom Brot zu rutschen. Und schmecken tut es auch.
Während ich wirbele, nebenher noch Milchreis koche und Männe ein wenig einkaufen geht, mäandert die Große im Flur an der Küche vorbei und beklagt sich über den Geruch. Ja, stimmt, riecht beim ersten Aufkochen immer recht typisch, aber schmecken tut das Zeug!
Ich rödele alles durch die Flotte Lotte, und beim zweiten Aufkochen - diesmal mit Zucker und Gelee-Fix - duftet es dann schon viel schöner. Finde ich.
Findet die Große gar nicht.
Pah, bekommt sie halt nichts ab.
Männe kommt zurück vom Einkauf, der Milchreis ist durchgezogen und die Kinder haben inzwischen - kurz vor drei Uhr - auch Hunger. Kaum daß wir sitzen, klingelt es: Freundin J. ist da, schnabuliert einfach auch mal etwas Reis mit und jagt dann alle hoch: Los, los, sie will mit dem Rad zurück.
Ihr Mann packt die Kleine ein und sein eigenes Kind, welches die Nacht davor bei uns übernachtet hat, verabschiedet sich und startet. Wir starten auch, nachdem wir schnell noch eine lose Schraube angezogen haben. Himmel, was tu ich mir da an - 25 km "über Land", mit dem guten alten "Hausfraueinkaufsrad" und nach JAH-REN gemütlichen "Ich jag die Kinder mal mit dem Rad zur Schule"-Herumbummelns.
J. auf ihrem schicken Trekkingrad wirft schnell mal einen Gang mehr ein und radelt mir gemütlich davon - während ich im höchsten, siebten Gang meines Metallbrockens wie ein hospitalisierender Hamster in die Runde strampele.
Aber auch mit mir Bremsklotz am Hacken brauchen wir nur 1,40 h bis nach B. Ha, von Null auf 25 km in einem Tag - ich bin stolz auf mich. Und übernachte bei Freundin J. Nachdem wir den Abend "noch schnell" ins Freibad gegangen sind - allerdings verzichte ich dankend auf noch einen Kilometer Schwimmen und schaue J. nur friedlich dabei zu.
Der nächste Mittag findet mich SCHON WIEDER in diesem Freibad, komplett mit Männe und allen Kindern im Anhang. Es regnet fröhlich vor sich hin, was mich ganz besonders freut. Im Schwimmbad ist man ja eh naß, ich hatte allerdings schon vor, auch mit dem Rad wieder zurück zu fahren, und da würde ich doch trockenes Wetter bevorzugen.
Der Himmel hat ein Einsehen mit mir; als wir fertig sind mit Schwimmen (und Männe, der alte Freibad-Fan, mit den Nerven), hat es aufgeklart. Also los, auffi geht's. Männe hat mir fürsorglicherweise sein Garmin mitgegeben, aber ehrlich: als Navigationsgeräte sind die Dinger grausig. Und ausserdem kenne ich die Strecke eh ganz genau, die bin ich oft genug mit dem Auto gefahren. Stöpsel in die Ohren, das Zeitzeichen an - und ich rolle los.
Fünf Zeitzeichen später stehe ich schon an der letzten Ampel vor Zuhause. Rufe Männe an und fordere triumphierend ein schönes Eis für mich. Weitere sieben Minuten später kann ich es japsend und fiepsend genießen - zusammen mit einer riesigen Portion Sprudelwasser. Okay, ohne Eis wäre der Speckwegeffekt bestimmt besser gewesen, aber was soll das schlechte Leben nützen?
Ja, und nachdem ich heute die Kurzen zur Betreuung ins Freibad geschüsselt habe und ehrlich - EHRLICH! - enttäuscht feststellen mußte, daß montags ja erst ab 10 Uhr offiziell geöffnet ist, habe ich mich den samstags gepflückten Pflaumen gewidmet.
Und den schon vor dem Urlaub eingefrorenen Sauerkirschen. Von denen habe ich nämlich zwei 10-l-Eimer, oder auch zwei Tiefkühlerschubladen voll, die irgendwann JETZT zu Marmelade werden sollen. Zumindest so gute 8 l davon.
Während die Kirschen langsam auftauen, entkerne ich - wieder mit Zeitzeichen-Untermalung - die Pflaumen, und muß feststellen, daß die Quote doch nicht sooo schlecht ist. Jedenfalls wenn man nachher mit zwei GROSSEN Schüsseln voll verwendbarer Pflaumen dasteht, aber nur eine kleine Schüssel Ausschuß hat.
Unser großer Topf faßt aber immer noch nicht mehr als Samstag; darum kann ich auch nur eine dieser Riesenschüsseln langsam zu Mus verkochen. Die andere wandert im Laufe des Nachmittags zum Opa in den Kühlschrank, zusammen mit einem Deal: wenn ER mir Hefeteig in seiner Backknetmaschine produziert, belege ICH diesen Teig mit JENEN Pflaumen zum Zwetschgenkuchen. Der Rest wird dann eingefroren.
Das haben wir schon vor zwei Jahren gemacht, und es war einfach herrlich, selbst im tiefen Oktober noch hingehen zu können und sich einen leckeren Pflaumenkuchen aufzutauen. Dazu lecker Käffsche - oder auch Tee - hmmmm...
So geht der Vormittag mit Pflaumenmus dahin; der Nachmittag ist dem Aufkochen der Kirschen, dem Passieren der Kirschen und dem Einkochen des Kirschenmöttkers gewidmet. Zwischendurch muß ich mal die Kinder von der Betreuung holen und ihnen Gräßliches eröffnen: weil ich ja sooo viel Marmelade koche, müssen sie halt mal die Wäsche legen. Oder ohne saubere Sachen rumlaufen.
Weil besonders die Große keine sauberen Unterhosen mehr im Schrank hat, ist das eine sehr überzeugende Argumentation. - Übrigens - wo die Große ihre Unterhosen hat, ist eine sehr interessante Frage. SIE behauptet, alle schön in die Wäsche getan zu haben. ICH halte dagegen, dann müssten sie ja sauber im Korb liegen. IHR Argument, sie habe sowieso GAR KEINE Unterhosen mehr, wische ich weg - ich weiß sehr genau, daß ich vor dem Urlaub noch einen guten Schwung gekauft habe, weil nach dem Kofferpacken das Unterhosenfach gähnend leer war. Sieben Unterhosen sind halt doch gar wenig...
Ich rühre also in der Küche heftigst in der Kirschen- und Pflaumenpampe, die Mädels legen mehr oder minder begeistert Wäsche. Mehrfach höre ich die Große, wie sie scharf die Kleineren wieder an die Arbeit pfeift. Hähä, mal jemand anders als ich...
Als ich sogar das Tomatenkonfit aus den fünf fast überreifen Flaschentomaten in Gläser verfüllt habe, bin ich fertig. Ja, doch, fertig. Naja, gut, fertig mit Kochen, nicht fertig mit Aufräumen. Aber immerhin - 4 l dicke Pflaumenmusmarmelade, fast 4 l Kirschmarmelade und 500 g Tomatenkonfit stapeln sich neben dem Herd. Das Pflaumenmus in einem großen mikrowellenfesten Tuppertopf - so langsam gehen uns die Marmeladengläser aus. Mussu kauffe.
Noch schnell die Wäsche vom Esstisch genommen und auf jeden Fall loben, daß die Mädels das so schön gemacht haben. Männe wird wohl etwas irritiert gucken, in welche Formate sich seine T-Shirts doch alle legen lassen - aber nem geschenkten Barsch schaut man schließlich nicht in die Kiemen.
müd, aber stolz -
Salat
Noch dazu leuchten mir jeden Tag beim Blick aus dem Lümmelzimmer die schwarzen Holunderbeeren der Grenzbäumchen entgegen, und Holundermarmelade schmeckt so himmlisch...
Also wird am Samstag gepflückt. Quasi wider besseres Wissen, denn ich weiß ganz genau, dass nachmittags Freundin J. mit Mann kommt, um ihr Fahrrad und meine Kleine abzuholen. Mit dem Fahrrad ist sie am Freitag von B. aus im Rahmen unseres gemeinsamen "SpeckwegMordProgramm" rübergeradelt. Das sind immerhin doch gute 26 km, die sie in 1,20 h zurückgelegt hat, Respekt.
Ja, und außer dem Rad will sie mich auch mitnehmen, denn was die kann, kann ich ja wohl auch, oder? Genau dieser aufsässige Wettbewerbsgedanke muß mich auch geritten haben, als ich mich zu herrgottsfrühen 10 Uhr am heiligen Samstag ins Schwimmbad verfügt habe - "unseren" Kilometer Schwimmen zurückzulegen.
Und nun steh ich mit noch nassen Haaren im schönsten Sonnenschein auf der Leiter und knipse die Holunderdolden ab und in den Eimer. Gummistiefel an den Füßen, denn die Leiter steht dazu genau im Komposthaufen; aber wer kann ahnen, daß sich nun genau da auf der Grenze zwei Holunderbäume ansiedeln?
Der 10-l-Eimer ist schnell voll, und meine Augen wandern zum Pflaumenbaum mit seiner unglaublichen Last. Stichproben haben ja leider eine ziemlich hohe Madenquote ergeben, andererseits holt die Kurze schon seit Tagen immer wieder blaue Zwetschgen vom Baum, in denen gar nichts lebt. Und die sie mit Wonne verspachtelt. Ach komm, was kostet die Welt, ich pflück was.
"Was" wird dann ein 15-l-Eimer voll Zwetschgen. Zusammen mit den 10 l Holunderbeeren schleppe ich ihn in unsere Küche und brause die Holunderbeeren kurz ab. Stelle den größten Topf auf den Herd und werfe die grob sortierten Fliederbeeren einfach rein, rein, rein. Koche alles auf und durchsuche die Schränke, ob ich überhaupt genug Geliermittel habe. Holundergelee neigt dazu, furchtbar flüssig zu sein (oder so süß, daß man es kaum ertragen kann), aber ich habe vorgesorgt und extra Gelee-Fix im Schrank. Letztes Jahr habe ich mich mit Apfelmus beholfen: ungefähr im Verhältnis 1:1 gemischt, gibt das Apfelmus dem Holunder Stand genug, um nicht gleich vom Brot zu rutschen. Und schmecken tut es auch.
Während ich wirbele, nebenher noch Milchreis koche und Männe ein wenig einkaufen geht, mäandert die Große im Flur an der Küche vorbei und beklagt sich über den Geruch. Ja, stimmt, riecht beim ersten Aufkochen immer recht typisch, aber schmecken tut das Zeug!
Ich rödele alles durch die Flotte Lotte, und beim zweiten Aufkochen - diesmal mit Zucker und Gelee-Fix - duftet es dann schon viel schöner. Finde ich.
Findet die Große gar nicht.
Pah, bekommt sie halt nichts ab.
Männe kommt zurück vom Einkauf, der Milchreis ist durchgezogen und die Kinder haben inzwischen - kurz vor drei Uhr - auch Hunger. Kaum daß wir sitzen, klingelt es: Freundin J. ist da, schnabuliert einfach auch mal etwas Reis mit und jagt dann alle hoch: Los, los, sie will mit dem Rad zurück.
Ihr Mann packt die Kleine ein und sein eigenes Kind, welches die Nacht davor bei uns übernachtet hat, verabschiedet sich und startet. Wir starten auch, nachdem wir schnell noch eine lose Schraube angezogen haben. Himmel, was tu ich mir da an - 25 km "über Land", mit dem guten alten "Hausfraueinkaufsrad" und nach JAH-REN gemütlichen "Ich jag die Kinder mal mit dem Rad zur Schule"-Herumbummelns.
J. auf ihrem schicken Trekkingrad wirft schnell mal einen Gang mehr ein und radelt mir gemütlich davon - während ich im höchsten, siebten Gang meines Metallbrockens wie ein hospitalisierender Hamster in die Runde strampele.
Aber auch mit mir Bremsklotz am Hacken brauchen wir nur 1,40 h bis nach B. Ha, von Null auf 25 km in einem Tag - ich bin stolz auf mich. Und übernachte bei Freundin J. Nachdem wir den Abend "noch schnell" ins Freibad gegangen sind - allerdings verzichte ich dankend auf noch einen Kilometer Schwimmen und schaue J. nur friedlich dabei zu.
Der nächste Mittag findet mich SCHON WIEDER in diesem Freibad, komplett mit Männe und allen Kindern im Anhang. Es regnet fröhlich vor sich hin, was mich ganz besonders freut. Im Schwimmbad ist man ja eh naß, ich hatte allerdings schon vor, auch mit dem Rad wieder zurück zu fahren, und da würde ich doch trockenes Wetter bevorzugen.
Der Himmel hat ein Einsehen mit mir; als wir fertig sind mit Schwimmen (und Männe, der alte Freibad-Fan, mit den Nerven), hat es aufgeklart. Also los, auffi geht's. Männe hat mir fürsorglicherweise sein Garmin mitgegeben, aber ehrlich: als Navigationsgeräte sind die Dinger grausig. Und ausserdem kenne ich die Strecke eh ganz genau, die bin ich oft genug mit dem Auto gefahren. Stöpsel in die Ohren, das Zeitzeichen an - und ich rolle los.
Fünf Zeitzeichen später stehe ich schon an der letzten Ampel vor Zuhause. Rufe Männe an und fordere triumphierend ein schönes Eis für mich. Weitere sieben Minuten später kann ich es japsend und fiepsend genießen - zusammen mit einer riesigen Portion Sprudelwasser. Okay, ohne Eis wäre der Speckwegeffekt bestimmt besser gewesen, aber was soll das schlechte Leben nützen?
Ja, und nachdem ich heute die Kurzen zur Betreuung ins Freibad geschüsselt habe und ehrlich - EHRLICH! - enttäuscht feststellen mußte, daß montags ja erst ab 10 Uhr offiziell geöffnet ist, habe ich mich den samstags gepflückten Pflaumen gewidmet.
Und den schon vor dem Urlaub eingefrorenen Sauerkirschen. Von denen habe ich nämlich zwei 10-l-Eimer, oder auch zwei Tiefkühlerschubladen voll, die irgendwann JETZT zu Marmelade werden sollen. Zumindest so gute 8 l davon.
Während die Kirschen langsam auftauen, entkerne ich - wieder mit Zeitzeichen-Untermalung - die Pflaumen, und muß feststellen, daß die Quote doch nicht sooo schlecht ist. Jedenfalls wenn man nachher mit zwei GROSSEN Schüsseln voll verwendbarer Pflaumen dasteht, aber nur eine kleine Schüssel Ausschuß hat.
Unser großer Topf faßt aber immer noch nicht mehr als Samstag; darum kann ich auch nur eine dieser Riesenschüsseln langsam zu Mus verkochen. Die andere wandert im Laufe des Nachmittags zum Opa in den Kühlschrank, zusammen mit einem Deal: wenn ER mir Hefeteig in seiner Backknetmaschine produziert, belege ICH diesen Teig mit JENEN Pflaumen zum Zwetschgenkuchen. Der Rest wird dann eingefroren.
Das haben wir schon vor zwei Jahren gemacht, und es war einfach herrlich, selbst im tiefen Oktober noch hingehen zu können und sich einen leckeren Pflaumenkuchen aufzutauen. Dazu lecker Käffsche - oder auch Tee - hmmmm...
So geht der Vormittag mit Pflaumenmus dahin; der Nachmittag ist dem Aufkochen der Kirschen, dem Passieren der Kirschen und dem Einkochen des Kirschenmöttkers gewidmet. Zwischendurch muß ich mal die Kinder von der Betreuung holen und ihnen Gräßliches eröffnen: weil ich ja sooo viel Marmelade koche, müssen sie halt mal die Wäsche legen. Oder ohne saubere Sachen rumlaufen.
Weil besonders die Große keine sauberen Unterhosen mehr im Schrank hat, ist das eine sehr überzeugende Argumentation. - Übrigens - wo die Große ihre Unterhosen hat, ist eine sehr interessante Frage. SIE behauptet, alle schön in die Wäsche getan zu haben. ICH halte dagegen, dann müssten sie ja sauber im Korb liegen. IHR Argument, sie habe sowieso GAR KEINE Unterhosen mehr, wische ich weg - ich weiß sehr genau, daß ich vor dem Urlaub noch einen guten Schwung gekauft habe, weil nach dem Kofferpacken das Unterhosenfach gähnend leer war. Sieben Unterhosen sind halt doch gar wenig...
Ich rühre also in der Küche heftigst in der Kirschen- und Pflaumenpampe, die Mädels legen mehr oder minder begeistert Wäsche. Mehrfach höre ich die Große, wie sie scharf die Kleineren wieder an die Arbeit pfeift. Hähä, mal jemand anders als ich...
Als ich sogar das Tomatenkonfit aus den fünf fast überreifen Flaschentomaten in Gläser verfüllt habe, bin ich fertig. Ja, doch, fertig. Naja, gut, fertig mit Kochen, nicht fertig mit Aufräumen. Aber immerhin - 4 l dicke Pflaumenmusmarmelade, fast 4 l Kirschmarmelade und 500 g Tomatenkonfit stapeln sich neben dem Herd. Das Pflaumenmus in einem großen mikrowellenfesten Tuppertopf - so langsam gehen uns die Marmeladengläser aus. Mussu kauffe.
Noch schnell die Wäsche vom Esstisch genommen und auf jeden Fall loben, daß die Mädels das so schön gemacht haben. Männe wird wohl etwas irritiert gucken, in welche Formate sich seine T-Shirts doch alle legen lassen - aber nem geschenkten Barsch schaut man schließlich nicht in die Kiemen.
müd, aber stolz -
Salat
Wednesday, 8. June 2011
Wo ist meine Schachtel Pralinen???
Dingelingelüt Blablabla Tratäätratummdideldumm.
Mein Hirn streckt sich, räkelt sich, dreht sich nochmal auf die andere Seite und ruft zum Sabbeln des Radios mal den internen Kalender auf.
Schaun mer mal, heute ist Mittwoch... gähn Müde blättert es zum entsprechenden Eintrag vor und ist schlagartig WACH.
Ei Verbibsch, U-Untersuchung für die Mittlere und ne Impfe für die Kleine. War das um Acht oder um halb Neun?
Ich begebe mich in die Vertikale und starte das Morgenritual. Ab unter die Dusche.
Während ich noch am Wasserhahn drehe, begegnet mir die Große, schon komplett angezogen. Natürlich lobe ich sie, frage freundlich nach, ob sie schon wieder so früh aufgewacht wäre - es ist kurz vor sechs Uhr, eigentlich wecke ich sie immer so knapp nach sechs. Das heißt, ich wecke sie ja nun nicht mehr - das Kind ist alt genug, selbst hochzukommen, wenn ihr Wecker lärmt, Mama hat keinen Bock, immer wieder Antreiber zu spielen. Reicht mir schon bei den zwei anderen.
Nö, sie ist nur einfach wach geworden, kein besonderer Anlaß.
Ich nicke das freundlich mit Schaum vor dem Mund ab, spüle mir selbigen und bin damit porentief rein. Husch nach oben, anziehen.
Wieder runterkommen, dabei sämtliche Fenster öffnend - sah gestern abend nach Regen in der Nacht aus, also habe ich alles verrammelt. Was man deutlich am Zustand der Luft merkt - Sauerstoffgehalt knapp unter 20%, Miefgehalt so bei ungefähr 80%.
Kinder antreiben zum Tischdecken, die Kleine moniert, daß ihr Warzenpflaster gestern abend nicht erneuert wurde, also neu aufkleben. Eine besondere Herausforderung, wenn die Kurze alle fünf Sekunden hektisch ihren Fuß zurückzieht. Pah, kann doch gar nicht weh getan haben - angucken tut nicht weh.
Gleiches bei der ebenfalls verwarzten Mittleren, dabei noch mal sanft darauf hinweisen, daß man sich zu erheben habe.
Plötzlich sich daran erinnern, daß im Herd ja noch der Sauerteig vor sich hinsäuert - nicht unwesentlich dazu beigetragen hat der Blick in die Brotdose, die nicht mehr so prall gefüllt ist. Genaugenommen kommen wir gerade noch so damit durchs Frühstück.
Also Sauerteig abwiegen, mit Mehl verkneten, gleichzeitig immer wieder die Kinder ans Tischdecken erinnern, der Kurzen die Hose hochziehen, die Kinder ans Tischdecken erinnern und sich selbst einen Tee aufbrühen. Salz nicht vergessen - nee, nicht im Tee, im Brotteig!
Dann Frühstücken. Die Kurze schmiert sich - wie üblich - mit Nutella voll, die Mittlere muß detailliert erklärt bekommen, was sie gleich mit den lehmigen Sachen vom Vortag tun soll - nämlich auf Halde legen und am Folgetag wieder mitnehmen, wenn das Schulprojekt "Lehmofen bauen" wieder aufgenommen wird. Dafür dann die Sportsachen zurück in die Sporttasche packen, Schulbrot nicht vergessen. Nee, Mädel, das schmierst du selber.
Gleichzeitig der Großen ebenso detailliert erklären, was ein Wolpertinger ist. Weil man so dumm war und sowieso schon vorher das Gespräch auf ein Schibboleth gelenkt hat - geistige Notiz: nicht mehr damit angeben, was man am Abend vorher bei Wikipedia gelernt hat.
Dann die Kinder hochscheuchen, darauf achten, daß jede ihr Frühstücksbrot einpackt und die gestrigen Brotdosen herausrückt. Kinder daran erinnern, daß "Geschirr in die Spülmaschine räumen" erstens bedeutet, IN die Spülmaschine. Zweitens jeden betrifft - ja, auch dich, Große!. Drittens auch die Gläser einschließt.
Tisch abwischen, derweil die Kinder an WaschenZähneputzenKämmen erinnern. Oder vielmehr nicht erinnern, sondern abkontrollieren, ob es denn auch wirklich stattgefunden hat. Die Kleine zurückpfeifen und nochmal an Zähneputzen schicken. Darauf bestehen, versichern, daß man GENAU weiß, daß sie NICHT geputzt hat, auf keinen Fall verraten, daß man die Zahnbürste auf Nässe geprüft hat, sondern als Allwissende Mutter weise - und drohend - lächeln.
Treppe mit zwei Waschkörben auf einmal runterstapfen, im Keller auf das Prunkklo gehen, weil oben alles besetzt ist. Wieder rauskommen, die Kurze abfangen, neee, du suchst hier jetzt NICHT nach einem Käppi, auf dem Weg nach oben ein Käppi finden, auf die Notwendigkeit von Socken hinweisen, darauf bestehen.
Ganz nach oben gehen, die gelben Untersuchungshefte mit Impfausweisen aus dem Regal nehmen, einpacken. Beim Runtergehen alle Fenster wieder schließen. Kinder runterjagen. Auf die Notwendigkeit von Regenjacken hinweisen. Große eine andere Jacke geben (verdammt, muß ne Regenjacke kaufen!), auch wenn sie ihre Jacke in der Schule vergessen hat. Selber Schuhe anziehen, sich über die Unordnung ärgern, des Männes fünf Paar Schuhe auf drei Paar reduzieren, indem man die Turnschuhe und die Wanderschuhe in den Keller bringt. Kaum da sein, aber das halbe Schuhregal beanspruchen, ohne mich, Freundchen. Platz für eigene Puschen gesichert.
Auto aufschließen, alle einpacken, Streit um Sitzordnung schlichten. Darüber nachgrübeln, wieso der urlaubende Opa für heute "Mülltonnen rausstellen" eingetragen hat, aber sonst niemand ne Tonne rausgestellt hat. Nö, das sind Lipper, die vergessen das nicht - immerhin bezahlen sie ja dafür.
Große zur Schule bringen, Mittlere und Kurze mit reinnehmen, Mittlere mündlich entschuldigen, weil man ja vergessen hat, das mal vorher im Lerntagebuch einzutragen. Alle wieder raus - zehn vor Acht.
Äußerst gemütliche Fahrt zum Kinderarzt, dort leichtes Erstaunen und den Hinweis: "Sie sind aber erst um halb an der Reihe." "Ja, aber wir waren gerade in der Gegend..."
Nach Hause fahren und neu starten macht echt keinen Sinn, da muß ich die Mädels gleich nach dem Ausziehen der Schuhe schon wieder reinscheuchen.
Also im Wartezimmer warten, die Kinder mehrmals ermahnen, nicht so laut zu sein - ein startender Düsenjäger ist gegen die Zwei flüsterleise. Dann ein Bilderbuch vorlesen. Endlich an die Reihe kommen. Mittlere ausziehen für Vermessungen, Kurze davon abhalten, sich wichtigmachend immer dazwischen zu tröten, Arzt begrüßen, Fragebogen ausfüllen, nebenher Kurze festhalten, weil die bei der Impfung statt Tapferkeit jetzt Ängstliches Häschen auf dem Programm hat, mehrmals versichern, daß es für den Pieks kein Pflaster gibt, Fragebogen zuende ausfüllen, Überweisung für Kardiologen nicht vergessen (Arzt versichern, daß man das zur eigenen Beruhigung mehr braucht als für die Mittlere), Kinder ins Auto jagen, zurück zur Schule, 9:30 Uhr Mittlere in die Klasse jagen.
Weiterfahren zum Kindergarten, Parkplatz vorm Kindergarten ist besetzt, einmal Rundkurs um die Innenstadt - es lebe die Einbahnstraße - freien Parkplatz an der Reinigung erspähen, einparken, Zettel holen, Hemden vom Männe rausholen, abgeben, frische Hemden mitnehmen, weiterfahren, Parken, Kind beim Kindergarten abgeben, Verspätung erklären, heftige Verabschiedungsszene mit der Kleinen - inklusive Knutschszenen - 10:00 Uhr.
So, jetzt nach Hause, die Hemden aus dem Auto nehmen, in den Keller, Wäsche abhängen, Wäsche sortieren, Maschine anschmeißen, auf dem Kalender nachschauen - neee, die Tonnen sind nämlich erst morgen dran, bätsch. Wußte ich doch.
Auf dem Weg nach oben - einen vollen sauberen Wäschekorb schleppend - überkommt mich die Aufräumwut, also raffe ich die zigtausend herumliegenden Bustickets und den anderen Mist zusammen, sortiere grob vor - Müll, Müll, Müll, Kinderkram - schmeiße gleich weg und schleppe den Korb weiter nach oben.
Oben riecht es säuerlich - der Teig will gebacken werden, er schaut schon über den Schüsselrand, um zu gucken, wann ich komme. Zweimal 1,5 kg Brot in Form umschichten, Ofen heizen, Tee aufbrühen, Uhr stellen, damit alle 10 Minuten ein Piepen mich daran erinnert, daß das Brot mit Wasser eingesprüht wird - 10:45 Uhr.
Oben Computer anstellen, Mails abrufen, an den Termin mit dem Kieferorthopäden denken - verschieben!!! Normalerweise gehen Ärzte ja bei mir vor, vor allem ein alle-drei-Kinder-gleichzeitig-Termin bei einem Facharzt - aber die Kleine hat Gruppenabschiedsfeier genau am gleichen Tag, und es wird nach neun Jahren die letzte Feier sein - neee, das bringe ich nicht übers Herz.
Aber die Arzthelferin kennt mich gar nicht, grübelt mit mir gemeinsam darüber nach, wieso ich nicht im Büchlein stehe und gibt mir dann einen neuen Termin knapp nach dem Urlaub. Hapüh. Gut gelaufen. 11 Uhr.
Zwischendurch zweimal die Treppe runter, Brot einsprühen, Backofen runterdrehen, dabei jedesmal kurzer Blick auf den Nähtisch, die Mädels brauchen um 15 Uhr ihre neuen Sporthosen und noch ist nichts genäht.
11:45 Uhr, Ende dieses Beitrags geschrieben, in 15 Minuten bekomme ich Hunger, in 40 Minuten ist das Brot gar und die Hosen sind immer noch nicht genäht.
Und wieder singen alle mit:
Das bisschen Hauuuushalt macht sich von alleiiiin, sacht mein Mann...
Mein Hirn streckt sich, räkelt sich, dreht sich nochmal auf die andere Seite und ruft zum Sabbeln des Radios mal den internen Kalender auf.
Schaun mer mal, heute ist Mittwoch... gähn Müde blättert es zum entsprechenden Eintrag vor und ist schlagartig WACH.
Ei Verbibsch, U-Untersuchung für die Mittlere und ne Impfe für die Kleine. War das um Acht oder um halb Neun?
Ich begebe mich in die Vertikale und starte das Morgenritual. Ab unter die Dusche.
Während ich noch am Wasserhahn drehe, begegnet mir die Große, schon komplett angezogen. Natürlich lobe ich sie, frage freundlich nach, ob sie schon wieder so früh aufgewacht wäre - es ist kurz vor sechs Uhr, eigentlich wecke ich sie immer so knapp nach sechs. Das heißt, ich wecke sie ja nun nicht mehr - das Kind ist alt genug, selbst hochzukommen, wenn ihr Wecker lärmt, Mama hat keinen Bock, immer wieder Antreiber zu spielen. Reicht mir schon bei den zwei anderen.
Nö, sie ist nur einfach wach geworden, kein besonderer Anlaß.
Ich nicke das freundlich mit Schaum vor dem Mund ab, spüle mir selbigen und bin damit porentief rein. Husch nach oben, anziehen.
Wieder runterkommen, dabei sämtliche Fenster öffnend - sah gestern abend nach Regen in der Nacht aus, also habe ich alles verrammelt. Was man deutlich am Zustand der Luft merkt - Sauerstoffgehalt knapp unter 20%, Miefgehalt so bei ungefähr 80%.
Kinder antreiben zum Tischdecken, die Kleine moniert, daß ihr Warzenpflaster gestern abend nicht erneuert wurde, also neu aufkleben. Eine besondere Herausforderung, wenn die Kurze alle fünf Sekunden hektisch ihren Fuß zurückzieht. Pah, kann doch gar nicht weh getan haben - angucken tut nicht weh.
Gleiches bei der ebenfalls verwarzten Mittleren, dabei noch mal sanft darauf hinweisen, daß man sich zu erheben habe.
Plötzlich sich daran erinnern, daß im Herd ja noch der Sauerteig vor sich hinsäuert - nicht unwesentlich dazu beigetragen hat der Blick in die Brotdose, die nicht mehr so prall gefüllt ist. Genaugenommen kommen wir gerade noch so damit durchs Frühstück.
Also Sauerteig abwiegen, mit Mehl verkneten, gleichzeitig immer wieder die Kinder ans Tischdecken erinnern, der Kurzen die Hose hochziehen, die Kinder ans Tischdecken erinnern und sich selbst einen Tee aufbrühen. Salz nicht vergessen - nee, nicht im Tee, im Brotteig!
Dann Frühstücken. Die Kurze schmiert sich - wie üblich - mit Nutella voll, die Mittlere muß detailliert erklärt bekommen, was sie gleich mit den lehmigen Sachen vom Vortag tun soll - nämlich auf Halde legen und am Folgetag wieder mitnehmen, wenn das Schulprojekt "Lehmofen bauen" wieder aufgenommen wird. Dafür dann die Sportsachen zurück in die Sporttasche packen, Schulbrot nicht vergessen. Nee, Mädel, das schmierst du selber.
Gleichzeitig der Großen ebenso detailliert erklären, was ein Wolpertinger ist. Weil man so dumm war und sowieso schon vorher das Gespräch auf ein Schibboleth gelenkt hat - geistige Notiz: nicht mehr damit angeben, was man am Abend vorher bei Wikipedia gelernt hat.
Dann die Kinder hochscheuchen, darauf achten, daß jede ihr Frühstücksbrot einpackt und die gestrigen Brotdosen herausrückt. Kinder daran erinnern, daß "Geschirr in die Spülmaschine räumen" erstens bedeutet, IN die Spülmaschine. Zweitens jeden betrifft - ja, auch dich, Große!. Drittens auch die Gläser einschließt.
Tisch abwischen, derweil die Kinder an WaschenZähneputzenKämmen erinnern. Oder vielmehr nicht erinnern, sondern abkontrollieren, ob es denn auch wirklich stattgefunden hat. Die Kleine zurückpfeifen und nochmal an Zähneputzen schicken. Darauf bestehen, versichern, daß man GENAU weiß, daß sie NICHT geputzt hat, auf keinen Fall verraten, daß man die Zahnbürste auf Nässe geprüft hat, sondern als Allwissende Mutter weise - und drohend - lächeln.
Treppe mit zwei Waschkörben auf einmal runterstapfen, im Keller auf das Prunkklo gehen, weil oben alles besetzt ist. Wieder rauskommen, die Kurze abfangen, neee, du suchst hier jetzt NICHT nach einem Käppi, auf dem Weg nach oben ein Käppi finden, auf die Notwendigkeit von Socken hinweisen, darauf bestehen.
Ganz nach oben gehen, die gelben Untersuchungshefte mit Impfausweisen aus dem Regal nehmen, einpacken. Beim Runtergehen alle Fenster wieder schließen. Kinder runterjagen. Auf die Notwendigkeit von Regenjacken hinweisen. Große eine andere Jacke geben (verdammt, muß ne Regenjacke kaufen!), auch wenn sie ihre Jacke in der Schule vergessen hat. Selber Schuhe anziehen, sich über die Unordnung ärgern, des Männes fünf Paar Schuhe auf drei Paar reduzieren, indem man die Turnschuhe und die Wanderschuhe in den Keller bringt. Kaum da sein, aber das halbe Schuhregal beanspruchen, ohne mich, Freundchen. Platz für eigene Puschen gesichert.
Auto aufschließen, alle einpacken, Streit um Sitzordnung schlichten. Darüber nachgrübeln, wieso der urlaubende Opa für heute "Mülltonnen rausstellen" eingetragen hat, aber sonst niemand ne Tonne rausgestellt hat. Nö, das sind Lipper, die vergessen das nicht - immerhin bezahlen sie ja dafür.
Große zur Schule bringen, Mittlere und Kurze mit reinnehmen, Mittlere mündlich entschuldigen, weil man ja vergessen hat, das mal vorher im Lerntagebuch einzutragen. Alle wieder raus - zehn vor Acht.
Äußerst gemütliche Fahrt zum Kinderarzt, dort leichtes Erstaunen und den Hinweis: "Sie sind aber erst um halb an der Reihe." "Ja, aber wir waren gerade in der Gegend..."
Nach Hause fahren und neu starten macht echt keinen Sinn, da muß ich die Mädels gleich nach dem Ausziehen der Schuhe schon wieder reinscheuchen.
Also im Wartezimmer warten, die Kinder mehrmals ermahnen, nicht so laut zu sein - ein startender Düsenjäger ist gegen die Zwei flüsterleise. Dann ein Bilderbuch vorlesen. Endlich an die Reihe kommen. Mittlere ausziehen für Vermessungen, Kurze davon abhalten, sich wichtigmachend immer dazwischen zu tröten, Arzt begrüßen, Fragebogen ausfüllen, nebenher Kurze festhalten, weil die bei der Impfung statt Tapferkeit jetzt Ängstliches Häschen auf dem Programm hat, mehrmals versichern, daß es für den Pieks kein Pflaster gibt, Fragebogen zuende ausfüllen, Überweisung für Kardiologen nicht vergessen (Arzt versichern, daß man das zur eigenen Beruhigung mehr braucht als für die Mittlere), Kinder ins Auto jagen, zurück zur Schule, 9:30 Uhr Mittlere in die Klasse jagen.
Weiterfahren zum Kindergarten, Parkplatz vorm Kindergarten ist besetzt, einmal Rundkurs um die Innenstadt - es lebe die Einbahnstraße - freien Parkplatz an der Reinigung erspähen, einparken, Zettel holen, Hemden vom Männe rausholen, abgeben, frische Hemden mitnehmen, weiterfahren, Parken, Kind beim Kindergarten abgeben, Verspätung erklären, heftige Verabschiedungsszene mit der Kleinen - inklusive Knutschszenen - 10:00 Uhr.
So, jetzt nach Hause, die Hemden aus dem Auto nehmen, in den Keller, Wäsche abhängen, Wäsche sortieren, Maschine anschmeißen, auf dem Kalender nachschauen - neee, die Tonnen sind nämlich erst morgen dran, bätsch. Wußte ich doch.
Auf dem Weg nach oben - einen vollen sauberen Wäschekorb schleppend - überkommt mich die Aufräumwut, also raffe ich die zigtausend herumliegenden Bustickets und den anderen Mist zusammen, sortiere grob vor - Müll, Müll, Müll, Kinderkram - schmeiße gleich weg und schleppe den Korb weiter nach oben.
Oben riecht es säuerlich - der Teig will gebacken werden, er schaut schon über den Schüsselrand, um zu gucken, wann ich komme. Zweimal 1,5 kg Brot in Form umschichten, Ofen heizen, Tee aufbrühen, Uhr stellen, damit alle 10 Minuten ein Piepen mich daran erinnert, daß das Brot mit Wasser eingesprüht wird - 10:45 Uhr.
Oben Computer anstellen, Mails abrufen, an den Termin mit dem Kieferorthopäden denken - verschieben!!! Normalerweise gehen Ärzte ja bei mir vor, vor allem ein alle-drei-Kinder-gleichzeitig-Termin bei einem Facharzt - aber die Kleine hat Gruppenabschiedsfeier genau am gleichen Tag, und es wird nach neun Jahren die letzte Feier sein - neee, das bringe ich nicht übers Herz.
Aber die Arzthelferin kennt mich gar nicht, grübelt mit mir gemeinsam darüber nach, wieso ich nicht im Büchlein stehe und gibt mir dann einen neuen Termin knapp nach dem Urlaub. Hapüh. Gut gelaufen. 11 Uhr.
Zwischendurch zweimal die Treppe runter, Brot einsprühen, Backofen runterdrehen, dabei jedesmal kurzer Blick auf den Nähtisch, die Mädels brauchen um 15 Uhr ihre neuen Sporthosen und noch ist nichts genäht.
11:45 Uhr, Ende dieses Beitrags geschrieben, in 15 Minuten bekomme ich Hunger, in 40 Minuten ist das Brot gar und die Hosen sind immer noch nicht genäht.
Und wieder singen alle mit:
Das bisschen Hauuuushalt macht sich von alleiiiin, sacht mein Mann...
Tuesday, 10. May 2011
Post vonne Stadt
Kann ja eigentlich immer nur mit Vorsicht zu betrachten sein. Entweder wollen sie Geld, oder sie haben hübsche Formulare, die sie mal von jemandem ausfüllen lassen wollen. Weil die Tinte dem ganzen so nen farbigen Akzent verleiht.
Bei uns wollen sie einen Antrag. Wozu? Naja, der Straßenkontrolleur hat ja festgestellt, daß wir eine neue Zufahrt zu unserem Grundstück anlegen, da müssen wir ja eine Genehmigung haben. Haben wir aber nicht laut ihren Unterlagen, und dann sollen wir das doch mal ganz schnell nachreichen.
Mir fällt erstmal die Kinnlade auf die Brust. Eine neue Zufahrt? Wo sollte die denn bitteschön noch hin - neben rechterhand der Garagenzufahrt und linkerhand der Gartenzufahrt fangen doch gleich die Nachbarsgrundstücke an, und mittig liegt unser Haus, da wollte jetzt eigentlich keiner von uns durchbaggern.
Es ist sicherlich auch unstrittig, daß die Gartenzufahrt dringend eine Erneuerung braucht, der Kran damals vom Anbau und viel schlimmer, die tägliche Belastung durch des Opas Wohnmobil hinterlassen da tiefe Spuren - aber gerade daran könnte man sehen, WIE alt diese Zufahrt schon ist.
Nein, Fakt ist, die letzte neue Zufahrt gab's irgendwann in den Sechzigern, und nachdem ich erst letztens sehr intensiv nachgerechnet habe, ob man bei den offiziell gemeldeten überbetonierten Grundstücksflächen nicht doch einen dezenten Kommafehler gemacht haben könnte - ist verdammt teuer, so eine Grundstücksabwassersteuer - und einsehen mußte, daß wir tatsächlich so viel Erde unter, nun, die Erde gebracht haben, weiß ich absolut und genau über die Dokumentation unseres Grundstücks bei den Behörden Bescheid.
Oder einfacher: nix neu, alles schon gehabt, was wollt ihr eigentlich?
Wooobeiiii jaaa in der ganzen Straße der Renovirus herrscht. Gegenüber hamse gebaut, neben-nebenan hamse gebaut, und die haben auch nen neuen Stellplatz angelegt, und ganz vorne die alte Frau ist auch wohl tot, jedenfalls wohnen da jetzt junge Leute.
Jedenfalls ham wa nix, mach wa nix, was wollt ihr überhaupt - und ja, in dem Tenor hab ich dann auch mal angerufen. Der gute Mensch am anderen Ende des Hörrohrs fühlte sich dann auch etwas gepiekt, als ich seinem Straßenkontrolleur gepflegte Unfähigkeit unterstellte, worauf ich ihm dann erklärte, daß das nicht das erste Mal ist, daß da jemand meint, was gesehen zu haben oder zu wissen, was dann in einem Brief von der Stadt an uns resultierte. hüstel
Aber - er wollte sich dann noch mal kümmern.
Und keine fünfzehn Minuten später ruft SchwiVa mich nach unten, weil der Straßenkontrolleur vor dem Haus steht. Oder besser: der Mensch vom anderen Ende des Hörrohrs. Sag mal einer, die Behörden seien langsam...
Jedenfalls, wir haben keine neue Auffahrt. Nicht die Bohne. Paßt ja auch gar nicht hin.
Aber die Leute mit der gleichen Hausnummer. Die, die eine Querstraße weiter nördlich wohnen. Die haben eine.
Klar, kann passieren, daß man sich mal vertippt. Sind ja auch beides nach Städten benannte Straßen. Und "D..." liegt ja sooo nahe an "G...".
Bei uns wollen sie einen Antrag. Wozu? Naja, der Straßenkontrolleur hat ja festgestellt, daß wir eine neue Zufahrt zu unserem Grundstück anlegen, da müssen wir ja eine Genehmigung haben. Haben wir aber nicht laut ihren Unterlagen, und dann sollen wir das doch mal ganz schnell nachreichen.
Mir fällt erstmal die Kinnlade auf die Brust. Eine neue Zufahrt? Wo sollte die denn bitteschön noch hin - neben rechterhand der Garagenzufahrt und linkerhand der Gartenzufahrt fangen doch gleich die Nachbarsgrundstücke an, und mittig liegt unser Haus, da wollte jetzt eigentlich keiner von uns durchbaggern.
Es ist sicherlich auch unstrittig, daß die Gartenzufahrt dringend eine Erneuerung braucht, der Kran damals vom Anbau und viel schlimmer, die tägliche Belastung durch des Opas Wohnmobil hinterlassen da tiefe Spuren - aber gerade daran könnte man sehen, WIE alt diese Zufahrt schon ist.
Nein, Fakt ist, die letzte neue Zufahrt gab's irgendwann in den Sechzigern, und nachdem ich erst letztens sehr intensiv nachgerechnet habe, ob man bei den offiziell gemeldeten überbetonierten Grundstücksflächen nicht doch einen dezenten Kommafehler gemacht haben könnte - ist verdammt teuer, so eine Grundstücksabwassersteuer - und einsehen mußte, daß wir tatsächlich so viel Erde unter, nun, die Erde gebracht haben, weiß ich absolut und genau über die Dokumentation unseres Grundstücks bei den Behörden Bescheid.
Oder einfacher: nix neu, alles schon gehabt, was wollt ihr eigentlich?
Wooobeiiii jaaa in der ganzen Straße der Renovirus herrscht. Gegenüber hamse gebaut, neben-nebenan hamse gebaut, und die haben auch nen neuen Stellplatz angelegt, und ganz vorne die alte Frau ist auch wohl tot, jedenfalls wohnen da jetzt junge Leute.
Jedenfalls ham wa nix, mach wa nix, was wollt ihr überhaupt - und ja, in dem Tenor hab ich dann auch mal angerufen. Der gute Mensch am anderen Ende des Hörrohrs fühlte sich dann auch etwas gepiekt, als ich seinem Straßenkontrolleur gepflegte Unfähigkeit unterstellte, worauf ich ihm dann erklärte, daß das nicht das erste Mal ist, daß da jemand meint, was gesehen zu haben oder zu wissen, was dann in einem Brief von der Stadt an uns resultierte. hüstel
Aber - er wollte sich dann noch mal kümmern.
Und keine fünfzehn Minuten später ruft SchwiVa mich nach unten, weil der Straßenkontrolleur vor dem Haus steht. Oder besser: der Mensch vom anderen Ende des Hörrohrs. Sag mal einer, die Behörden seien langsam...
Jedenfalls, wir haben keine neue Auffahrt. Nicht die Bohne. Paßt ja auch gar nicht hin.
Aber die Leute mit der gleichen Hausnummer. Die, die eine Querstraße weiter nördlich wohnen. Die haben eine.
Klar, kann passieren, daß man sich mal vertippt. Sind ja auch beides nach Städten benannte Straßen. Und "D..." liegt ja sooo nahe an "G...".
Tuesday, 29. March 2011
Lieber Kommentarspammer,
geh sterben. Leise.
Trackbacks sind deaktiviert, wenn's einer unbedingt braucht, kontaktiere er mich bitte persönlich.
Nachtrag: und weil es manche immer noch versuchen, gibt's jetzt mal ne Zeitlang moderierte Kommentare.
...außerdem schreib ich ja gerade eh nix.
Salat
Trackbacks sind deaktiviert, wenn's einer unbedingt braucht, kontaktiere er mich bitte persönlich.
Nachtrag: und weil es manche immer noch versuchen, gibt's jetzt mal ne Zeitlang moderierte Kommentare.
...außerdem schreib ich ja gerade eh nix.
Salat
Tuesday, 15. March 2011
Pvu*
Das Radio plappert mit geschäftiger Dämlichkeit seine Nachrichten, Fukushima ist bis jetzt nur zweimal explodiert, und das Brot reicht auch nicht mehr bis zum Abend.
"Japan soll es um 2,50 m versetzt haben", sagt Männe am Frühstückstisch.
"Zweimeterfünzig???" echoe ich fassungslos.
"Das wäre, als wenn das Bad plötzlich mit der Außenwand im Flur stünde! Meine Güte, was ist normal - nen Millimeter im Jahr? Das wären 2.500 Jahre mal eben auf'n Zack!" Darauf muß ich erstmal nen Schluck Tee - ostfriesisch - nehmen.
Und während Männe grinst, als habe er selbst mitgeschoben, ich in meinen Tee hyperventiliere und die zwei Kleineren unauffällig herumdameln, möchte die Große auch zur Diskussion beitragen:
"Ja, da hat Japan sich echt beeilt!"
Lachen befreit.
*Politisch völlig unkorrekt
"Japan soll es um 2,50 m versetzt haben", sagt Männe am Frühstückstisch.
"Zweimeterfünzig???" echoe ich fassungslos.
"Das wäre, als wenn das Bad plötzlich mit der Außenwand im Flur stünde! Meine Güte, was ist normal - nen Millimeter im Jahr? Das wären 2.500 Jahre mal eben auf'n Zack!" Darauf muß ich erstmal nen Schluck Tee - ostfriesisch - nehmen.
Und während Männe grinst, als habe er selbst mitgeschoben, ich in meinen Tee hyperventiliere und die zwei Kleineren unauffällig herumdameln, möchte die Große auch zur Diskussion beitragen:
"Ja, da hat Japan sich echt beeilt!"
Lachen befreit.
*Politisch völlig unkorrekt
Monday, 28. February 2011
"Mamaaa",
fragt die Große heute gaaaanz harmlos,
"kannst du eigentlich noch Kinder kriegen?"
"Jaaaa", sag ich, schaue ihr tief in die Augen, dabei aus dem Augenwinkel bemerkend, wie sich die anderen beiden neugierig vorbeugen, "jaaa - aber ich habe meine Lektion gelernt."
Böse Mama, pfui.
"kannst du eigentlich noch Kinder kriegen?"
"Jaaaa", sag ich, schaue ihr tief in die Augen, dabei aus dem Augenwinkel bemerkend, wie sich die anderen beiden neugierig vorbeugen, "jaaa - aber ich habe meine Lektion gelernt."
Böse Mama, pfui.
Friday, 28. January 2011
Ich *bin* ganz ruhig!
Ich sitze im Auto auf dem Beifahrersitz, neben mir mein Mann, hinter mir die Kleine und ganz hinten ein Wochengroßeinkauf, zwei Schulranzen und zwei Ich-komme-von-einer-stressigen-Arbeitswoche-mit-dreckiger-Wäsche-wieder-und-brauche-das-alles-schon-am-Montag-sauber-zurück-Gepäckstücke. Der Grund, aus dem ich auf dem Beifahrersitz sitze, ist schlicht und ergreifend eine tiefe Müdigkeit, die nicht mal vom gerade genossenen Kaffee vertrieben werden kann. Aber ich kann ihr noch nicht nachgeben - es ist gerade mal kurz vor halb fünf, die großen Mädels müssen von den Pfadis abgeholt werden, der Einkauf ins Haus gebracht werden - ach ja, und das Bett der Kleinen komplett neu bezogen werden, weil da heute Nacht ein kleiner Flutunfall passiert ist.
Weil wir von der falschen Seite kommen, beschließe ich kurzerhand, die Großen im Bus nach Hause zu begleiten, da müssen wir nicht um die ganze Innenstadt herum, nur um von der richtigen Seite in die Einbahnstraße fahren zu können.
Im Bus halte ich dann gleich eine kurze Schulung ab: in welche Linie steige ich ein, wo kann ich noch aussteigen, wenn ich falsch einsteige, ab wann bleibe ich sitzen und fahre lieber die ganze Strecke mit zurück, und vor allem: wo steige ich aus? Die großen Mädels lauschen mir andächtig und nicken an den richtigen Stellen. Drücken zur richtigen Zeit den Haltewunschknopf, schlagen die richtige Richtung ein und kommen auch glücklich zuhause an.
Dort hat Männe schon gewurschtelt, der gesamte Einkauf verteilt sich über die Arbeitsfläche der Küche und er setzt den Sauerteig für unser täglich Brot an. Die Kinder überfallen den Opa, und ich sacke zehn Minuten vor dem Computer zusammen.
Dann fällt es mir wieder ein: das Bett muß noch bezogen werden!
Die Kinder beim Opa zusammenzutreiben ist keine Sache von fünf Minuten. Erst überschüttet mich die Kleine mit liebevollen Geschenken - Ausschnipseln aus dem Luxuskatalog - "Das hier ist für dich, Mama, und das auch, und das ist für Papa...", dann muß ich die Großen ermahnen, daß sie die Filzstifte wegpacken, dann muß die ganz Große die Papierschnipsel, die beim Reißwolfen entstanden sind, vom Boden aufheben... schließlich aber sind wir wieder im Wohnzimmer. Große und Mittlere werden von Männe abgefangen und zum Tischdecken angehalten, und ich schubse die widerwillige Kleine in ihr Zimmer.
"Ich hab aber gar nicht extra ins Bett gemacht!" jault diese.
"Na und?" erwidere ich gnadenlos. "Das Bett muß bezogen werden, und dabei hilfst du mir."
Sie soll nämlich die Laken (wasserfeste Unterlage und Bettlaken) aufziehen, während ich die neue Bettdecke beziehe; eine Aufgabe, die sie nicht überfordern dürfte.
"Aber mit Musik!" fordert sie und wirft gleich den CD-Player an. Ich ahne schon, daß das nichts wird, und tatsächlich sitzt sie nur vor dem Bett und lauscht. Also - Stecker raus.
Der Lärmpegel erhöht sich sofort beträchtlich. Die Kleine hat eh keine gute Laune, jetzt ist sie noch schlechter. Mürrisch nimmt sie schließlich die wasserfeste Unterlage und behauptet erst mal frech, das sei gar keine.
"Doch, ist es", knirsche ich, und bestehe darauf, daß sie sie auf das Bett legt. "Und steck die hinteren Ecken zuerst fest!" rate ich ihr.
Denn wenn sie erst an einem Ende des Bettes beide Ecken über die Matratze zieht, dann wird sie todsicher zum Aufziehen des zweiten Endes AUF dem Bett liegen müssen - und damit auf dem Laken. Daß das nicht gerade hilfreich ist, wenn man dann am Laken ziehen muß, dürfte klar sein.
Ich Dumme. Hab ich doch in dem Moment ganz vergessen, daß hilfreiche Ratschläge von Müttern eh nicht befolgt werden.
Es folgt die übliche Palette. Weinendes, schreiendes Kind, das "ganz bestimmt nicht das Bett beziehen" will und kann, genervte Mutter, die schon seit fünf Minuten die Bettdecke fertig liegen hat und so gerne zum Abendbrot gehen würde. Die Lösung ist drakonisch: fünf Minuten Zeit bekommt sie jetzt noch, Unterlaken und Laken aufs Bett zu bringen, sonst geht es ohne Fernsehen ins Bett.
Sie braucht keine fünf Minuten: bereits nach dreien hat sie dermaßen gewütet und die Mitarbeit völlig aufgekündigt, daß das "Früh-ins-Bett" beschlossene Sache ist. Was auch nicht recht ist.
Glücklicherweise verläuft das Abendbrot einigermaßen harmonisch, auch das Kleine-ins-Bettchen-schaukeln wird ganz positiv aufgenommen (der beste Beweis, daß das Kind aber sowas von fällig war), und nach einer knappen halben Stunde friedlichen Spielens lassen sich die Großen vor dem Fernseher nieder. Eigentlich habe ich großmütig erlaubt, daß sie außer "Pippi" auch noch "Logo" und "Pur" sehen dürfen, die KiKa-Planer haben aber ausgerechnet für heute einen Kinderspielfilm eingeschoben, der ganz offensichtlich von einer Geiselnahme in einer Schule handelt. Nichts für meine zwei - das Fernsehen wird daher rigoros um halb acht beendet, stattdessen dürfen sie nochmal etwas zusammen spielen. Bis acht. Und bis dahin stemme ich noch heldenhaft meine Augenlider in Arbeitshöhe. Ich schaff das!!!
Fünf vor acht fällt mir dann ein, daß die Katze noch ihre Tabletten bekommen muß. Da unsere Katze dauerhaft bei Nachbars Asyl beantragt hat (auf nem weichen Kissen vor einer warmen Heizung zu liegen und die ganze Zeit gut gefüttert zu werden, würde mir auch besser gefallen als das, was hier manchmal abends so abgeht...), muß ich also nochmal schnell rüber ins Nebenhaus und dem Tier sein Medikament reinwürgen. Was ich den Großen auch so darlege, garniert mit der Mahnung, daß sie bis dahin im Bett sein sollen, wenn ich wiederkäme, gäbe es dann noch ein Küsschen.
Ist klar, daß bei meiner Rückkehr noch keiner an der Matratze horcht, ne?
Also wieder Kinderscheuchen, dann fällt ihnen noch ein, daß sie nicht auf dem Pott waren, also nochmal rauslassen, dann kommt die Mittlere wieder unter die Decke, Küßchen, gut ist.
Die Große klettert auch ins Hochbett (momentan schlafen sie wieder zusammen in der Mittleren Zimmer), gießt sich malerisch auf ihr Kopfkissen, klopft vielsagend auf ihren Allerwertesten und säuselt: "Mein Po tut weh."
Meine Betriebstemperatur steigt schlagartig um zehn Grad. Vergessen alle guten Erziehungsvorsätze, verärgert fauche ich sie an: "Ja UND? Du warst gerade im Bad, du weißt ganz genau, wo die Creme steht, also AB DAFÜR!"
In mäßig gesteigertem Schneckentempo klettert sie wieder AUS dem Bett, geht ins Bad. Ich stehe da und zähle innerlich bis zehn, dann bis zwanzig. Das Kind ist neun Jahre alt, sie kann doch nicht ernsthaft erwarten, daß ich ihr in dem Alter noch den A*** nachtrage - das heißt, in diesem Fall eher eincreme.
Die Große stochert aus dem Bad zurück in der Mittleren Zimmer, macht auf den Hacken kehrt: "Warte, ich gucke mal, ob da noch..." Ihre Stimme verklingt. Noch während ich hyperventiliere - ein Wunder, daß ich dazu noch Energie habe - kommt sie schon zurück.
"Ich hab nur gerade geguckt, ob die Nintendo DS da liegt. Aber sie liegt da nicht. Ein Glück, weil das eine schlimme Versuchung für Mittlere und mich ist." Wieder gießt sie sich auf ihrem Kissen in Position.
"Unter die Decke!" zische ich.
Sie ortet den warnenden Ton und krabbelt drunter. Ich zupfele an den Ecken, bis sie gut zugedeckt ist, und die ganze Zeit arbeitet ihr Mundwerk fröhlich weiter: "... schon mal in Versuchung. Das ist nämlich so. Einmal, da haben wir..." - Klack!!!
Das Licht ist aus, ich ziehe die Tür ein Stück weiter zu und knurre in das vom Nachtlicht taghell erleuchtete Zimmer zurück: "Einmal war ich so müde, daß ich nicht mehr zugehört habe! Schlaf schön!"
Und torkele die Treppe hoch.
Schon komisch. Als Kind denkt man, wenn man erst mal groß ist, dann kann man Aufbleiben, so lange man will.
Und wenn man groß ist, will man nur noch früh ins Bett.
Weil wir von der falschen Seite kommen, beschließe ich kurzerhand, die Großen im Bus nach Hause zu begleiten, da müssen wir nicht um die ganze Innenstadt herum, nur um von der richtigen Seite in die Einbahnstraße fahren zu können.
Im Bus halte ich dann gleich eine kurze Schulung ab: in welche Linie steige ich ein, wo kann ich noch aussteigen, wenn ich falsch einsteige, ab wann bleibe ich sitzen und fahre lieber die ganze Strecke mit zurück, und vor allem: wo steige ich aus? Die großen Mädels lauschen mir andächtig und nicken an den richtigen Stellen. Drücken zur richtigen Zeit den Haltewunschknopf, schlagen die richtige Richtung ein und kommen auch glücklich zuhause an.
Dort hat Männe schon gewurschtelt, der gesamte Einkauf verteilt sich über die Arbeitsfläche der Küche und er setzt den Sauerteig für unser täglich Brot an. Die Kinder überfallen den Opa, und ich sacke zehn Minuten vor dem Computer zusammen.
Dann fällt es mir wieder ein: das Bett muß noch bezogen werden!
Die Kinder beim Opa zusammenzutreiben ist keine Sache von fünf Minuten. Erst überschüttet mich die Kleine mit liebevollen Geschenken - Ausschnipseln aus dem Luxuskatalog - "Das hier ist für dich, Mama, und das auch, und das ist für Papa...", dann muß ich die Großen ermahnen, daß sie die Filzstifte wegpacken, dann muß die ganz Große die Papierschnipsel, die beim Reißwolfen entstanden sind, vom Boden aufheben... schließlich aber sind wir wieder im Wohnzimmer. Große und Mittlere werden von Männe abgefangen und zum Tischdecken angehalten, und ich schubse die widerwillige Kleine in ihr Zimmer.
"Ich hab aber gar nicht extra ins Bett gemacht!" jault diese.
"Na und?" erwidere ich gnadenlos. "Das Bett muß bezogen werden, und dabei hilfst du mir."
Sie soll nämlich die Laken (wasserfeste Unterlage und Bettlaken) aufziehen, während ich die neue Bettdecke beziehe; eine Aufgabe, die sie nicht überfordern dürfte.
"Aber mit Musik!" fordert sie und wirft gleich den CD-Player an. Ich ahne schon, daß das nichts wird, und tatsächlich sitzt sie nur vor dem Bett und lauscht. Also - Stecker raus.
Der Lärmpegel erhöht sich sofort beträchtlich. Die Kleine hat eh keine gute Laune, jetzt ist sie noch schlechter. Mürrisch nimmt sie schließlich die wasserfeste Unterlage und behauptet erst mal frech, das sei gar keine.
"Doch, ist es", knirsche ich, und bestehe darauf, daß sie sie auf das Bett legt. "Und steck die hinteren Ecken zuerst fest!" rate ich ihr.
Denn wenn sie erst an einem Ende des Bettes beide Ecken über die Matratze zieht, dann wird sie todsicher zum Aufziehen des zweiten Endes AUF dem Bett liegen müssen - und damit auf dem Laken. Daß das nicht gerade hilfreich ist, wenn man dann am Laken ziehen muß, dürfte klar sein.
Ich Dumme. Hab ich doch in dem Moment ganz vergessen, daß hilfreiche Ratschläge von Müttern eh nicht befolgt werden.
Es folgt die übliche Palette. Weinendes, schreiendes Kind, das "ganz bestimmt nicht das Bett beziehen" will und kann, genervte Mutter, die schon seit fünf Minuten die Bettdecke fertig liegen hat und so gerne zum Abendbrot gehen würde. Die Lösung ist drakonisch: fünf Minuten Zeit bekommt sie jetzt noch, Unterlaken und Laken aufs Bett zu bringen, sonst geht es ohne Fernsehen ins Bett.
Sie braucht keine fünf Minuten: bereits nach dreien hat sie dermaßen gewütet und die Mitarbeit völlig aufgekündigt, daß das "Früh-ins-Bett" beschlossene Sache ist. Was auch nicht recht ist.
Glücklicherweise verläuft das Abendbrot einigermaßen harmonisch, auch das Kleine-ins-Bettchen-schaukeln wird ganz positiv aufgenommen (der beste Beweis, daß das Kind aber sowas von fällig war), und nach einer knappen halben Stunde friedlichen Spielens lassen sich die Großen vor dem Fernseher nieder. Eigentlich habe ich großmütig erlaubt, daß sie außer "Pippi" auch noch "Logo" und "Pur" sehen dürfen, die KiKa-Planer haben aber ausgerechnet für heute einen Kinderspielfilm eingeschoben, der ganz offensichtlich von einer Geiselnahme in einer Schule handelt. Nichts für meine zwei - das Fernsehen wird daher rigoros um halb acht beendet, stattdessen dürfen sie nochmal etwas zusammen spielen. Bis acht. Und bis dahin stemme ich noch heldenhaft meine Augenlider in Arbeitshöhe. Ich schaff das!!!
Fünf vor acht fällt mir dann ein, daß die Katze noch ihre Tabletten bekommen muß. Da unsere Katze dauerhaft bei Nachbars Asyl beantragt hat (auf nem weichen Kissen vor einer warmen Heizung zu liegen und die ganze Zeit gut gefüttert zu werden, würde mir auch besser gefallen als das, was hier manchmal abends so abgeht...), muß ich also nochmal schnell rüber ins Nebenhaus und dem Tier sein Medikament reinwürgen. Was ich den Großen auch so darlege, garniert mit der Mahnung, daß sie bis dahin im Bett sein sollen, wenn ich wiederkäme, gäbe es dann noch ein Küsschen.
Ist klar, daß bei meiner Rückkehr noch keiner an der Matratze horcht, ne?
Also wieder Kinderscheuchen, dann fällt ihnen noch ein, daß sie nicht auf dem Pott waren, also nochmal rauslassen, dann kommt die Mittlere wieder unter die Decke, Küßchen, gut ist.
Die Große klettert auch ins Hochbett (momentan schlafen sie wieder zusammen in der Mittleren Zimmer), gießt sich malerisch auf ihr Kopfkissen, klopft vielsagend auf ihren Allerwertesten und säuselt: "Mein Po tut weh."
Meine Betriebstemperatur steigt schlagartig um zehn Grad. Vergessen alle guten Erziehungsvorsätze, verärgert fauche ich sie an: "Ja UND? Du warst gerade im Bad, du weißt ganz genau, wo die Creme steht, also AB DAFÜR!"
In mäßig gesteigertem Schneckentempo klettert sie wieder AUS dem Bett, geht ins Bad. Ich stehe da und zähle innerlich bis zehn, dann bis zwanzig. Das Kind ist neun Jahre alt, sie kann doch nicht ernsthaft erwarten, daß ich ihr in dem Alter noch den A*** nachtrage - das heißt, in diesem Fall eher eincreme.
Die Große stochert aus dem Bad zurück in der Mittleren Zimmer, macht auf den Hacken kehrt: "Warte, ich gucke mal, ob da noch..." Ihre Stimme verklingt. Noch während ich hyperventiliere - ein Wunder, daß ich dazu noch Energie habe - kommt sie schon zurück.
"Ich hab nur gerade geguckt, ob die Nintendo DS da liegt. Aber sie liegt da nicht. Ein Glück, weil das eine schlimme Versuchung für Mittlere und mich ist." Wieder gießt sie sich auf ihrem Kissen in Position.
"Unter die Decke!" zische ich.
Sie ortet den warnenden Ton und krabbelt drunter. Ich zupfele an den Ecken, bis sie gut zugedeckt ist, und die ganze Zeit arbeitet ihr Mundwerk fröhlich weiter: "... schon mal in Versuchung. Das ist nämlich so. Einmal, da haben wir..." - Klack!!!
Das Licht ist aus, ich ziehe die Tür ein Stück weiter zu und knurre in das vom Nachtlicht taghell erleuchtete Zimmer zurück: "Einmal war ich so müde, daß ich nicht mehr zugehört habe! Schlaf schön!"
Und torkele die Treppe hoch.
Schon komisch. Als Kind denkt man, wenn man erst mal groß ist, dann kann man Aufbleiben, so lange man will.
Und wenn man groß ist, will man nur noch früh ins Bett.
Tuesday, 18. January 2011
Noch'n Toast, noch'n Ei...
...und nen Kaffee noch dabei... träller
Gleich muß ich mal zwei Toaster bestellen. Ja, gleich zwei. Denn so langsam haben wir's hier dicke.
Wir sind ja nunmal ne Großfamilie, zumindest am Wochenende, wenn Männe auch dabei ist. Aber auch innerwochs "nur" zu viert haben wir das typische Familienfrühstücksproblem: es passen nur zwei Scheiben Toast in einen Toaster. Wenn dann noch wie bei uns Menschen dabei sind, die sich darauf versteifen, das - sowieso frische - Brot doppelt zu toasten, dann dauert es im Zweifelsfall NOCH länger. Was auch der Grund war (jedenfalls einer davon), wieso der hübsche Toaster vom Radiosender damals rausgeflogen ist. Weil er dem Toast denn doch ein wenig zuviel Schwung am Morgen verliehen hat. Und eben zu wenig Toast reinpaßte.
Also flog Radiotoaster raus und Uralttoaster von irgendwoher zog ein. Langschlitzmodell, und damit konnte man dann manchmal, bei etwas dünner geschnittenem Brot, auch drei Scheiben reinquetschen.
Nur das Optische, das war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Und so stand denn immer die Frage im Raum, ob man das gute Stück nicht doch mal gegen was Besseres tauschen sollte. Andererseits tat er ja brav seinen Dienst, und neue Toaster kosten vor allem mal Geld.
Die Frage blieb also unbeantwortet.
Bis - tja, bis zu dem Tag, an dem sich entweder Butter auf der zu toastenden Scheibe befand oder ein Stück Brot der Höllenglut irgendwas Positives abgewinnen konnte und sich häuslich im Toaster einrichten wollte. So ganz zweifelsfrei war das nachher nicht festzustellen.
Zweifelsfrei aber schlugen die Flammen aus dem Inneren des Toasters, die Kleine - mit freiem Blick auf das Höllending - wurde hektisch, Mama nahm's - wie meist - gelassen und versuchte, die Flammen erst mal beherzt auszupusten. Brachte aber nichts. In dem Zusammenhang muß ich wohl bei Brandschulungen sehr gut aufgepaßt haben, denn der nächste Schritt war nicht etwa das Löschen mit dem bereitstehenden Sprudelwasser, sondern das Trennen vom Stromkreis. Und da die Flammen so hoch nicht waren und der Toaster sich auch recht kühl anfühlte, trug ich ihn gleich bis zur Spüle in der Küche. Aus war's mit den Flammen.
Und der Weg frei für einen neuen Toaster! Harrharr!
Es zog ein ein Zweifach-Langschlitztoaster. Vier Scheiben auf einmal toasten! Erstaunlich, wie oft man dann doch nur eine einzige schüchterne Scheibe mittig plazierte. Essen wir doch nicht so viel Toastbrot?
Die Frage konnte auch nicht zufriedenstellend geklärt werden, denn der Toaster verließ uns recht schnell wieder. Wegen unmäßigen Brummens beim Toasten. Genau, das 50-Hertz-Brummen des Netzstromes meine ich. Und zwar nicht die Variante, die sich mal kurz beim Start meldet - sondern ein Dauerbrummen den gesamten Toastvorgang lang.
Also wurde umgetauscht.
Und nochmal umgetauscht, denn auch dieser Toaster brummte.
Und da hatte ich dann Schn*** voll von dieser stiftungsgetesteten Ware und nahm etwas anderes, was mit Ro anfängt. Und mit nta aufhört. Langschlitztoaster. Doppelt.
SO EIN SCH***-TEIL!
Welcher Einsparprofi kommt denn auf die hirnige Idee, bei einem Doppel-Langschlitztoaster den Brotschlitten nur auf einer einzigen Seite zu befestigen (nämlich an der Taste) und die andere Seite lose wie die Zinke einer Gabel im Nichts enden zu lassen? Und das Ganze dann noch so knappkantig abzuschneiden, daß sich dieser bessere dicke Draht, verformt vom Gewicht zweier Brotscheiben, aus dem sparsam gestalteten Führungsschlitz verabschieden kann?
Vielleicht stört es ja nicht, wenn die eine Scheibe Brot im Toaster etwas Schlagseite hat. Wenn's zwei Scheiben sind, die möglicherweise etwas kleiner ausfallen, dann stört es aber schon sehr, wenn die zweite quasi "abtaucht".
Ganz entschieden stört es aber, wenn zwei Scheiben Brot den Tragedraht verbiegen, dieser sich aus der Führung löst, beim Hochkommen verklemmt, das Brot nicht wieder auftaucht und der Toaster trotz abgelaufener Röstzeit die Heizdrähte nicht abschaltet!
Wie kann man sowas als "Sensor Electronic" bezeichnen? Wo ist da der Sensor? Wie darf sowas überhaupt durch die Qualitätskontrolle kommen, ein Toaster, der einfach weiterheizt, abgelaufener Röstzeit zum Trotz, nur weil der Schlitten noch unten ist?
Wenn Männe nicht gerochen und gesehen hätte, wie der schwarze Qualm aus dem Gerät stieg, wir hätten schon den zweiten Toasterbrand im Haus gehabt. Daß ich alle Schränke abwischen durfte, um den Gestank wieder loszuwerden, war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I.
Und jetzt pack ich einen Karton mit einem freundlichen Brief und einem kaputten Toaster und schicke den an einen Toasterhersteller...
Gleich muß ich mal zwei Toaster bestellen. Ja, gleich zwei. Denn so langsam haben wir's hier dicke.
Wir sind ja nunmal ne Großfamilie, zumindest am Wochenende, wenn Männe auch dabei ist. Aber auch innerwochs "nur" zu viert haben wir das typische Familienfrühstücksproblem: es passen nur zwei Scheiben Toast in einen Toaster. Wenn dann noch wie bei uns Menschen dabei sind, die sich darauf versteifen, das - sowieso frische - Brot doppelt zu toasten, dann dauert es im Zweifelsfall NOCH länger. Was auch der Grund war (jedenfalls einer davon), wieso der hübsche Toaster vom Radiosender damals rausgeflogen ist. Weil er dem Toast denn doch ein wenig zuviel Schwung am Morgen verliehen hat. Und eben zu wenig Toast reinpaßte.
Also flog Radiotoaster raus und Uralttoaster von irgendwoher zog ein. Langschlitzmodell, und damit konnte man dann manchmal, bei etwas dünner geschnittenem Brot, auch drei Scheiben reinquetschen.
Nur das Optische, das war nicht so ganz nach meinem Geschmack. Und so stand denn immer die Frage im Raum, ob man das gute Stück nicht doch mal gegen was Besseres tauschen sollte. Andererseits tat er ja brav seinen Dienst, und neue Toaster kosten vor allem mal Geld.
Die Frage blieb also unbeantwortet.
Bis - tja, bis zu dem Tag, an dem sich entweder Butter auf der zu toastenden Scheibe befand oder ein Stück Brot der Höllenglut irgendwas Positives abgewinnen konnte und sich häuslich im Toaster einrichten wollte. So ganz zweifelsfrei war das nachher nicht festzustellen.
Zweifelsfrei aber schlugen die Flammen aus dem Inneren des Toasters, die Kleine - mit freiem Blick auf das Höllending - wurde hektisch, Mama nahm's - wie meist - gelassen und versuchte, die Flammen erst mal beherzt auszupusten. Brachte aber nichts. In dem Zusammenhang muß ich wohl bei Brandschulungen sehr gut aufgepaßt haben, denn der nächste Schritt war nicht etwa das Löschen mit dem bereitstehenden Sprudelwasser, sondern das Trennen vom Stromkreis. Und da die Flammen so hoch nicht waren und der Toaster sich auch recht kühl anfühlte, trug ich ihn gleich bis zur Spüle in der Küche. Aus war's mit den Flammen.
Und der Weg frei für einen neuen Toaster! Harrharr!
Es zog ein ein Zweifach-Langschlitztoaster. Vier Scheiben auf einmal toasten! Erstaunlich, wie oft man dann doch nur eine einzige schüchterne Scheibe mittig plazierte. Essen wir doch nicht so viel Toastbrot?
Die Frage konnte auch nicht zufriedenstellend geklärt werden, denn der Toaster verließ uns recht schnell wieder. Wegen unmäßigen Brummens beim Toasten. Genau, das 50-Hertz-Brummen des Netzstromes meine ich. Und zwar nicht die Variante, die sich mal kurz beim Start meldet - sondern ein Dauerbrummen den gesamten Toastvorgang lang.
Also wurde umgetauscht.
Und nochmal umgetauscht, denn auch dieser Toaster brummte.
Und da hatte ich dann Schn*** voll von dieser stiftungsgetesteten Ware und nahm etwas anderes, was mit Ro anfängt. Und mit nta aufhört. Langschlitztoaster. Doppelt.
SO EIN SCH***-TEIL!
Welcher Einsparprofi kommt denn auf die hirnige Idee, bei einem Doppel-Langschlitztoaster den Brotschlitten nur auf einer einzigen Seite zu befestigen (nämlich an der Taste) und die andere Seite lose wie die Zinke einer Gabel im Nichts enden zu lassen? Und das Ganze dann noch so knappkantig abzuschneiden, daß sich dieser bessere dicke Draht, verformt vom Gewicht zweier Brotscheiben, aus dem sparsam gestalteten Führungsschlitz verabschieden kann?
Vielleicht stört es ja nicht, wenn die eine Scheibe Brot im Toaster etwas Schlagseite hat. Wenn's zwei Scheiben sind, die möglicherweise etwas kleiner ausfallen, dann stört es aber schon sehr, wenn die zweite quasi "abtaucht".
Ganz entschieden stört es aber, wenn zwei Scheiben Brot den Tragedraht verbiegen, dieser sich aus der Führung löst, beim Hochkommen verklemmt, das Brot nicht wieder auftaucht und der Toaster trotz abgelaufener Röstzeit die Heizdrähte nicht abschaltet!
Wie kann man sowas als "Sensor Electronic" bezeichnen? Wo ist da der Sensor? Wie darf sowas überhaupt durch die Qualitätskontrolle kommen, ein Toaster, der einfach weiterheizt, abgelaufener Röstzeit zum Trotz, nur weil der Schlitten noch unten ist?
Wenn Männe nicht gerochen und gesehen hätte, wie der schwarze Qualm aus dem Gerät stieg, wir hätten schon den zweiten Toasterbrand im Haus gehabt. Daß ich alle Schränke abwischen durfte, um den Gestank wieder loszuwerden, war dann nur noch das Tüpfelchen auf dem I.
Und jetzt pack ich einen Karton mit einem freundlichen Brief und einem kaputten Toaster und schicke den an einen Toasterhersteller...
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